Wir halten Sie auf dem Laufenden
An dieser Stelle informieren wir Sie regelmäßig über Neuigkeiten aus der Wirtschaft und aus unserem Hause.
MAV Invest wird VL-fähig
Der von der MAV Vermögensverwaltung initiierte und beratene Aktienfonds MAV Invest (Wertpapierkennnummer: A0Q8ES) wird für die Anlage Vermögenswirksamer Leistungen (VL) geöffnet. Die Einlage von VL ist über die FFB (FIL Fondsbank; früher: Frankfurter Fondsbank) möglich. Vermögenswirksame Leistungen sind im Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung vereinbarte Geldleistungen durch den Arbeitgeber. Sie werden direkt vom Arbeitgeber auf das vom Arbeitnehmer benannte Anlagekonto überwiesen. Eine Direktauszahlung an den Arbeitnehmer ist nicht möglich. Bei Unterschreiten bestimmter Einkommensgrenzen besteht ein Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage.
Ralf Bake, 12.5.2012
Stöhr mit 2,40 € Eigenkapital und Steuerrisiko
Die Stöhr AG hat ihren Geschäftsbericht 2011 vorgelegt
Die in Auflösung befindliche Stöhr AG meldet zum Jahresende ein Eigenkapital von 14,9 Mio €; das entspricht 2,33 € pro Aktie. Hinzu kommt ein Anfang 2012 erzielter Gewinn aus der Veräußerung der portugiesischen Tochter von gut 0,5 Mio oder 0,08 € pro Aktie. Unsicherheit bringt das Ergebnis einer steuerlichen Betriebsprüfung. Stöhr rechnet daraus mit einem Steuerbescheid über 6 Mio €. Die Verwaltung hält die Forderung für völlig unbegründet und hat deswegen keine Rückstellung dafür gebildet. Sie will sich mit Einspruch und Klage zur Wehr setzen. Ansonsten ist bis auf ein Gebäude in Mönchengladbach praktisch das gesamte Stöhr-Vermögen verkauft worden. Die von der letzten Hauptversammlung beschlossene Sonderprüfung wegen des Verkaufs einer Beteiligung an ein Unternehmen des Mutterkonzerns ist noch nicht beendet. Hier hatten Minderheitsaktionäre bemängelt, der Kaufpreis sei niedriger als der tatsächliche Wert ausgefallen. Im Erfolgsfalle könnte es hier noch eine Nachbesserung für Stöhr geben, deren Höhe allerdings noch nicht beziffert werden kann.
Hinweis: Von der MAV beratene Fonds halten Aktien der Stöhr AG. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Stöhr-Aktien zu kaufen noch sie zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.
Ralf Bake, 30.4.2012
Wickeder Westfalenstahl kauft Dnick-Aktien
Nachdem die Wickeder Westfalenstahl zusammen mit einem Unternehmen ihres Geschäftsführers (Lustre Beteiligungs UG) im Sommer 2011 die Mehrheit an der Dnick Holding (Mutterunternehmen der Deutschen Nickel) übernommen hat, weitet sie ihren Anteilsbesitz jetzt aus. Wickeder Westfalenstahl erwirbt das bei Goldman Sachs liegende Aktienpaket, das zuletzt im Juni 2011 mit 22,85% der Dnick-Aktien angegeben wurde. Damit steigt der Anteil der Wickeder auf 48,79%; zusammen mit Lustre ergeben sich knapp 75%. Es verbleibt ein Streubesitz von rund 25%. Wenn man die Zahlen mit den letzten Unternehmensangaben vom Juni 2011 vergleicht, als die Mehrheitsübernahme bekannt gemacht wurde, fällt auf, dass Wickeder Westfalenstahl noch mehr Aktien gekauft haben muss, vermutlich an der Börse. Im Juni 2011 wurde für Wickeder ein Anteil von 24,89% gemeldet. Wenn man nun das Goldman-Sachs-Paket dazu rechnet, ergeben sich 47,74%. Es müssen also in der Zwischenzeit weitere gut 1% der ausstehenden Aktien am Markt erworben worden sein. Auch die Angaben zum Streubesitz zeigen in diese Richtung. Im Juni 2011 waren es 26,38%. Heute werden rund 25% genannt. Wenn das Lustre-Paket unverändert ist und Goldman Sachs soviele Aktien verkaufte, wie sie noch im Juni 2011 besaß, müsste der Streubesitz bei genau 25,33% liegen, während die Wickeder-Gruppe entsprechend 74,67% hielte. Das sind 23,95% mehr als noch Mitte 2012 und damit gut ein Prozentpunkt Zuwachs über das Goldman-Sachs-Paket hinaus.
Wie der Großaktionär weiter bei Dnick vorgehen wird, ist noch unbekannt. Im vergangenen Jahr berichtete die Lokalpresse von Gerüchten, Dnick solle in die Wickeder-Westfalenstahl-Gruppe komplett integriert werden. Dazu würden die Aktienkäufe jedenfalls passen.
Hinweis: Von der MAV beratene Fonds halten Aktien der Dnick Holding. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Dnick-Aktien zu kaufen noch sie zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.
Ralf Bake, 7.3.2012
Börsenrückblick der MAV Vermögensverwaltung: Januar 2012
Die Aktienmärkte erlebten in den ersten Wochen des Jahres 2012 einen deutlichen Kursaufschwung. Positive Konjunkturnachrichten und die Aussicht auf zusätzliche Liquidität von den Zentralbanken sorgten für eine positive Stimmung, insbesondere für Finanzwerte wie Banken und Versicherungen. Hinzu kam der zu Jahresbeginn traditionell große Anlagebedarf institutioneller Anleger. Angesichts niedrig verzinslicher Anleihen bonitätsstarker Emittenten und Ungewissheiten über die Preisentwicklung auf den Immobilienmärkten hat die Aktienanlage zur Zeit wenig Konkurrenz.
Der von der MAV Vermögensverwaltung betreute Aktienfonds MAV Invest legte im Januar 2012 deutlich zu, wenn auch weniger stark als die großen Indizes. Die im Fonds enthaltenen deutschen Standardwerte sorgten in erster Linie für den Anstieg des Anteilswertes. Die Nebenwerte, die im vergangenen Jahr den Fonds stabilisiert hatten, bremsten aber mit insgesamt wenig veränderten Kursen die Wertentwicklung etwas. Positiv entwickelten sich Dnick Holding. Deren Aktien profitierten von der kartellrechtlichen Freigabe der Mehrheitsübernahme durch einen Wettbewerber. BB Biotech legten in Folge eines wieder erwachten Interesses für Biotechnologie-Aktien deutlich zu.
Ralf Bake, 3.2.2012
Bericht von der Stöhr-Hauptversammlung
Sonderprüfung beschlossen
Am 25.8.2011 fand in Mönchengladbach die Hauptversammlung der Stöhr & Co. AG i. L. statt. Stöhr ist ein ehemaliges Textilunternehmen, dessen Auflösung beschlossen wurde. Das operative Geschäft ist bereits komplett verkauft. Das Vermögen Gesellschaft besteht nun noch aus gut 20 Mio Euro Liquidität, die zu 3,15% bei der Mutter Kap-Beteiligungs-AG angelegt sind, sowie einigen Forderungen.
Im Mittelpunkt der Hauptversammlungsdebatte stand der bereits in 2010 erfolgte Verkauf der 26%-Beteiligung an der MEP-Olbo, einem Hersteller von Festigkeitsträgern für Kautschuk-Produkte, an eine Tochter der Stöhr-Mutter Kap-AG.
Veräußert wurde die MEP-Olbo-Beteiligung indirekt, nämlich als Bestandteil einer Zwischenholding. Bewertet wurden die MEP-Olbo-Anteile mit rund 8,1 Mio Euro. Davon abgezogen wurden in der Zwischenholding bestehende Verbindlichkeiten von rund 3 Mio Euro, so dass die Stöhr AG rund 5,1 Mio Euro überwiesen bekam.
Schon auf der Hauptversammlung 2010 kritisierten Minderheitsaktionäre den Wertansatz von 8,1 Mio für die Beteiligung als zu niedrig und verlangten eine Sonderprüfung. Nach dem im Vorjahr darüber keine Einigung mit der Großaktionärin erzielt werden konnte, beantragte der Rechtsanwalt Thomas Hechtfischer für die DSW (Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz) die Bestellung eines Sonderprüfers in Sachen Bewertung MEP-Olbo. Er ließ durchblicken, dass bei einer Ablehnung dieses Antrags Aktionäre vor Gericht ziehen würden, um die Sonderprüfung durchzusetzen. Die Stöhr-Großaktionärin Kap-AG hätte mit ihrem Aktienanteil von über 76% an der Stöhr AG für eine Ablehnung des Antrags sorgen können. Nach längerer Diskussion erklärte sich der Großaktionär (Vorstand und Aufsichtsrat von Kap und Stöhr sind weitgehend personenidentisch) damit einverstanden, der Sonderprüfung zuzustimmen. Er wolle damit gegebenenfalls Jahre dauernde, kostspielige Auseinandersetzungen vermeiden. Alle Anträge wurden nach dieser Einigung dann fast einstimmig verabschiedet. Zum Sonderprüfer wurde ein Wirtschaftsprüfer von Warth & Klein Grant Thornton aus Düsseldorf bestellt.
Hinweis: Von der MAV beratene Fonds halten Aktien der Stöhr AG. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Stöhr-Aktien zu kaufen noch sie zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.
Ralf Bake. 26.8.2011
Insiderkäufe bei Nordwest Handel
Mitten in der aktuellen Börsenschwäche meldet Nordwest Handel Insiderkäufe durch ihr Aufsichtsratsmitglied Dr. Christoph Weiß. Der im März auf Vorschlag des neuen Großaktionärin Rothenberger-Gruppe in den Aufsichtsrat gewählte Unternehmensberater Weiß kaufte zwischen dem 11.8. und dem 19.8. St. 5.000 Aktien zu Kursen zwischen 10,10 und 10,50 Euro. Auffällig sind diese Käufe deshalb, weil die Rothenberger-Gruppe 29,95% an Nordwest Handel hält und selber praktisch keine Aktien mehr zukaufen darf, ohne den übrigen Aktionären (bei einem Überschreiten der 30%-Marke) ein Übernahmeangebot machen zu müssen. Rothenberger ist ein Lieferant von Nordwest Handel. Der Einstieg war bei den anderen Lieferanten umstritten, da die Gruppe den Vertrieb der eigenen Produkte über Nordwest forcieren möchte. Nordwest Handel ist aus einer Einkaufsgenossenschaft mittelständischer Großhändler entstanden, in deren Händen vermutlich immer noch ein Großteil der Aktien liegt.
Hinweis: Von der MAV beratene Fonds halten Aktien der Nordwest Handel AG. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Nordwest Handel-Aktien zu kaufen noch sie zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.
Ralf Bake, August 2011
Hauptversammlung Bien-Zenker AG
Steigende Auftragseingänge und verhaltener Optimismus
Am 8.7.2011 fand in Frankfurt die ordentliche Hauptversammlung der Bien-Zenker statt. Die MAV Vermögensverwaltung nahm teil und vertrat die Stimmen der von ihr beratenen Aktienfonds. Der Vorstandsvorsitzende Baum erläuterte die Zahlen des vergangenen Jahres und gab einen Überblick über die ersten fünf Monate in 2011.
Die Auftragseingänge stiegen bis Ende Mai 2011 um 11,1% gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum auf 64 Mio € an. Hiervon entfielen auf das Kernsegment Fertighausbau 62,3 Mio (+ 12,4%) und auf das Segment Wohnbau (Konventioneller Bau einschl. Altbausanierungen) 1,7 nach 3 Mio. Ursache für den scharfen Rückgang im Wohnbau sei die Verschiebung eines Großauftrags. Der Umsatz stieg im selben Zeitraum geringfügig von 34,4 auf 34,7 Mio €. Hier legte der Fertighausbau um 9,2% auf 33,2 Mio zu, während es im Wohnbau von 4 auf 1,5 Mio zurück ging.
Für das Gesamtjahr 2011 werden für den Fertighausbau Gewinne und für den Wohnbau Verluste erwartet. Insgesamt wird für 2011 ein ausgeglichenes bis leicht positives Ergebnis in Aussicht gestellt. Dieses vergleicht sich mit hohen Verlusten in den Vorjahren. Die Umsatzprognosen für 2011 bzw. 2012 lauten auf 117 bzw. 125 Mio €. Zum Vergleich: In 2010 waren es 109,4 Mio. Mittelfristig wird eine Ebit-Marge von 3% angestrebt und ab 2012 soll die Dividendenfähigkeit wieder hergestellt sein. Auf Nachfrage berichtete der Vorstand, dass trotz der Umsatzausweitung in den nächsten Jahren keine großen Investitionen geplant seien. Der Marktanteil in Deutschland stieg im vergangenen Jahr von 3,5 auf 3,75%. Ziel seien 4%.
Anschließend berichtete der Vertriebsvorstand über die Vertriebsaufstellung und das neue Produktprogramm. Der kurzweilige Vortrag und die Begeisterung des Vertriebschefs für seine Produkte kamen bei der Hauptversammlung gut an. Alle Tagesordnungspunkte wurden bei nur wenigen Gegenstimmen verabschiedet. Die Präsenz lag bei 89,85%, wobei 87,55% der Aktien von der österreichischen Elk Fertighaus AG gehalten werden.
Hinweis: Von der MAV beratene Fonds halten Bien-Zenker-Aktien. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Bien-Zenker-Aktien zu kaufen noch sie zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.
Ralf Bake, 9.7.2011
GBK Beteiligungen: Dividende zur Hälfte steuerfrei
Ausschüttung aus Steuerlichen Einlagenkonto
Die Hauptversammlung der Privat-Equity-Investorin GBK Beteiligungen AG hat am 16. Juni 2011 ihre Hauptversammlung abgehalten. Es wurde eine Dividende von 0,25 Euro (nach 0,10 Euro im Vorjahr) pro Aktie beschlossen. Von den 0,25 Euro wurden 0,123163 ohne Steuerabzug ausgeschüttet. Es handelt sich um eine Leistung aus dem steuerlichen Einlagenkonto nach § 27 KStG. Das bedeutet, dass diese Zahlung in steuerlicher Hinsicht nicht als Gewinnausschüttung sondern als Rückzahlung von früheren Einzahlungen der Aktionäre gewertet wird. Die restlichen 0,126837 Euro werden als Gewinnausschüttung behandelt und der Abgeltungssteuer unterworfen. Die Vorjahresdividende von 0,10 Euro war noch in voller Höhe steuerfrei.
Der Innere Wert pro GBK-Aktie stieg in 2010 von 7,13 auf 8,13 Euro. Der Vorstand der GBK zeigte sich besonders erfreut über die Aktienkäufe des Drogerieunternehmers Dirk Roßmann, der inzwischen rund 10% an GBK hält. Herr Roßmann hatte sein eigenes Unternehmen in der Vergangenheit von der Hannover-Finanz-Gruppe finanzieren lassen, zur der auch die GBK Beteiligungen gehört.
Zu den bekannteren Beteiligungen der GBK gehören der Sport-Schuh-Filialist Runners Point (GBK-Anteil: 15%), das Geldtransportunternehmen Ziemann Sicherheit (GBK-Anteil: 7,5%) und der Nahrungsmittelhersteller Geti Wilba (GBK-Anteil: 7%).
Hinweis: Von der MAV beratene Fonds halten Aktien der GBK Beteiligungen AG. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, GBK-Aktien zu kaufen noch sie zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.
Börsenrückblick der MAV Vermögensverwaltung: Mai 2011
Konsolidierung nach Kursgewinnen
Die Aktienmärkte gaben im Mai überwiegend leicht nach. Es belasteten weiterhin die Schuldenkrise in Europa sowie eher schwache Konjunkturzahlen aus den USA. Hinzu kamen Stimmen von Marktbeobachtern, nach denen insbesondere zyklische Aktien bereits stark gestiegen seien und bis Jahresende eher mit einer Seitbewärtsbewegung an den Börsen zu rechnen sei.
Der von der MAV Vermögensverwaltung beratene MAV Invest – Aktienfonds konnte gegen den Trend und die überwiegend schwächer tendierenden großen Aktienindizes zulegen. Dnick (Deutsche Nickel) stiegen in Erwartung eines positiven Jahresabschlusses und der Ankündigung einer hohen Dividende weiter an. Das Unternehmen meldete schließlich einen Verkaufserlös von 33 Mio Euro und einen Gewinn von 9 Mio Euro aus dem Verkauf der Münzrondensparte im April 2011. Zum Vergleich: Die Börsenkapitalisierung von Dnick liegt bei rund 50 Mio Euro. Das Jahresergebnis 2010 fiel dagegen eher verhalten aus, soll aber in 2011 auch ohne den Sondereffekt deutlich ansteigen. Zur Höhe der Dividende gab es noch keine Nachricht.
Ebenfalls im Plus beendete GBK Beteiligungen den Monat. Das Unternehmen gab einen Anstieg des NAV pro Aktie von 7,13 auf 8,13 Euro und eine Dividendenerhöhung von 0,10 auf 0,25 Euro pro Aktie bekannt. Der Aktienkurs liegt bei gut 6 Euro.
Eine Fortsetzung der Kurssteigerungen aus April verzeichneten Kap Beteiligungs-AG, die immer noch von einem positiven Ausblick auf 2011 und der Ankündigung einer Dividendenerhöhung auf 3 Euro pro Aktie profitierten. Der Kurs liegt bei rund 35 Euro.
Bestnote von Stock-World für den MAV Invest
Der MAV Invest – Aktienfonds hat vom Finanzdienst Stock-World.de im Fondsranking (FondsRank - kurzfristig) +++ (Dreimal Plus) und damit die beste zu vergebende Note erhalten. Für die mittel- und langfristige Entwicklung gab es angesichts des Fondsalters (zweieinhalb Jahre) noch keine Bewertung.
Das FondsRank von Stock-World basiert auf der Höhe der
Sharpe-Ratio im Verhältnis zur Fondsvergleichsgruppe. Die Sharpe-Ratio ist ein Maßstab für die risikoadjustierte Rendite von Wertpapieren. Die Bestnote von Stock-World folgt einer ebensolchen von
FAIT. Hier gab es das Rating ***** (Fünf Sterne) für eine „weit überdurchschnittliche Wertentwicklung“.
Ralf Bake, 23.8.2011
Adcapital: Gewinnsprung dank Beteiligungsverkauf
Die Beteiligungsgesellschaft Adcapital AG meldet für 2010 einen Konzernjahresüberschuss von 26,2 Mio € nach 20,6 Mio in 2009 (jeweils vor Minderheiten). Wesentlichen Anteil an diesem Gewinn hat der Ergebnisbeitrag in Höhe von 14,6 Mio € aus dem Verkauf der Tochter DPS Engineering im November 2010. Im Jahre 2009 war das Jahresergebnis stark durch Zuschreibungen auf während der Finanzkrise abgeschriebene Wertpapiere geprägt. Zum Vergleich: Bei rund 13,6 Mio Aktien und einem Aktienkurs von rund 10,30 € beträgt der Börsenwert von Adcapital 137 Mio €.
Positiv entwickelten sich außerdem die operativen Beteiligungen, die in den Bereichen Autoindustrie- und Maschinenbauzulieferung tätig sind. Sie hatten während der Finanz- und Wirtschaftskrise besonders gelitten. Das betriebliche Ergebnis (EBIT - ohne die Effekte auf dem DPS-Verkauf) stieg von - 4,2 auf + 7,1 Mio €. Das Finanzergebnis normalisierte sich von 25,7 auf 9,4 Mio €.
Das Jahr 2011 soll sich insgesamt positiv entwickeln, wobei der operative Gewinn durch den Wegfall der Ertragsperle DPS rückläufig sein dürfte. Zum Dividendenvorschlag wurde noch nichts mitgeteilt. Im Vorjahr wurden 0,50 € pro Aktie ausgeschüttet. Die Vorlage der Zahlen für 2010 hatte sich verzögert, da Anfang April überraschend der langjährige Vorstand Dieter Jeschke ausschied und durch Hans-Jürgen Döringer ersetzt wurde.
Hinweis: Von der MAV beratene Fonds halten Aktien der Adcapital AG. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Adcapital-Aktien zu kaufen noch sie zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.
Ralf Bake, April 2011
Nordwest Handel: Der Großaktionär stockt auf
Ende März meldet Nordwest Handel, dass die größte Aktionärin ihre Beteiligung deutlich erhöht hat. Im Mai 2010 hatte die Rothenberger-Gruppe 23,71% vom bisherigen Großaktionär Hubert Grevenkamp erworben. Weitere bei Herrn Grevenkamp liegende 6,08% sollten nach Zustimmung des Kartellamtes auf Rothenberger übergehen, die damit auf 29,79% kommen wollte. Weitere Zukäufe sollte es nach Aussage von Herrn Rothenberger nicht geben. Inzwischen hat es wohl durchaus Zukäufe gegeben. Aktuell meldet Nordwest Handel nämlich, dass die Beteiligung der Rothenberger-Gruppe auf 29,95% gestiegen sei und Herr Grevenkamp noch 1,61% hält. Das lässt den Schluss zu, dass Herr Grevenkamp nun lediglich 4,47% an die Rothenberger-Gruppe verkauft hat und diese seit Mai letzten Jahres weitere 1,77% an der Börse oder direkt von anderen Aktionären aufgenommen hat. Die Rothenberger-Gruppe hat nun wiederum mitgeteilt, sie plane keine weiteren Aktienkäufe innerhalb der kommenden zwölf Monate. Gleichzeitig stellen die Rothenber-Unternehmen fest, „dass sie grundsätzlich an einer Weiterentwicklung der NORDWEST Handel AG interessiert sind, weshalb sie sich bietende strategische Optionen, die das Unternehmen und/oder seine Produkte und Produktkandidaten betreffen, prüfen und dabei ggf. auch Änderungen der Kapitalstruktur abwägen werden“.
Zum Hintergrund: Nordwest Handel ist ein Einkaufsverbund für Großhändler für Bau-, Handwerk- und Industriebedarf sowie Stahl. Die Rothenberger-Gruppe ist als Werkzeughersteller ein wichtiger Lieferant von Nordwest Handel und möchte über ihre Beteiligung den Vertrieb der eigenen Produkte über Nordwest forcieren. Ab einer Beteiligungshöhe von 30% müsste Rothenberger allen Aktionären ein Übernahmeangebot machen.
Hinweis: Von der MAV beratene Fonds halten Aktien der Nordwest Handel AG. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Nordwest Handel-Aktien zu kaufen noch sie zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.
Ralf Bake, März 2011
Börsenrückblick der MAV Vermögensverwaltung: Februar 2011
Konsolidierung nach Kursgewinnen
Der seit Jahresbeginn laufende Kursaufschwung an den Aktienbörsen wurde Mitte Februar von einer Konsolidierung abgelöst. Die Unruhen in arabischen Ländern und die in der Folge stark gestiegenen Ölpreise setzten die Aktienkurse unter Druck. Diese Konstellation war aber möglicherweise nur der Anlass für eine markttechnisch gesunde Korrektur. Eine kräftige Aufwärtsbewegung führt immer wieder, zumindest zeitweise, zu Rücksetzern, da so genannte schwache Hände angezogen werden, die erst wieder herausgeschüttelt werden müssen, um der Entwicklung Stabilität zu verleihen. Das Bild von den „schwachen Händen“ soll Anleger beschreiben, die sehr ängstlich oder prozyklisch sind, die also verkaufen, wenn die Kurse fallen, da sie wenig Vertrauen in ihre eigenen Entscheidungen haben.
Die labile Situation in einigen ölexportierenden Ländern, allen voran Libyen, kann natürlich über einen anhaltend hohen Ölpreis für sich genommen weiterhin belastend wirken. Auf der anderen Seite weisen Marktbeobachter darauf hin, dass Deutschland positive Handelsbilanzsalden mit den wichtigsten Ölländern hat. Die Einnahmen dieser Länder aus dem Erdölexport könnten also über eine Stärkung der deutschen Ausfuhr die Belastungen aus dem Ölpreisanstieg überkompensieren.
Der von der MAV Vermögensverwaltung beratene MAV Invest – Aktienfonds entwickelte sich im Februar leicht nach oben, wobei die Schwankungen des Anteilswerts im Monatsverlauf kleiner als die des Gesamtmarktes waren. Erfreuliche Meldungen zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2010 kamen von Depotwerten wie Kap Beteiligungs-AG, Stöhr & Co. sowie von Nordwest Handel. GBK Beteiligungen profitierten im Kurs von einer Kaufempfehlung einer Anlegerzeitschrift. Gegen Ende des Monats wurden Aktien des Küchenmöbelherstellers Alno aus einer Kapitalerhöhung in den Fonds aufgenommen.
Ralf Bake, 4.3.2011
Börsenrückblick der MAV Vermögensverwaltung: Januar 2011
Kursgewinne zum Jahresbeginn
Die Aktienmärkte verbuchten im Januar deutliche Kurszuwächse. Die Aktien profitierten dabei von freundlichen Prognosen für das laufende Jahr. Insbesondere in Deutschland haben die Unternehmen die Rezession beeindruckend deutlich hinter sich gelassen und avisieren stark steigende Gewinne. Ebenfalls für die Aktienanlage sprechen die vielerorts aufkeimenden Erwartungen einer steigenden Inflation. Die anziehenden Rohstoffpreise, aber auch die nach wie vor lockere Geldpolitik, mit der auch die in vielen Ländern hohen Staatsschulden in Schach gehalten werden sollen, weisen in diese Richtung. Die noch hohen Anleihekurse könnten bei stärkerer Geldentwertung unter Druck kommen und Anlagen in Sachwerten wie Aktien weiter begünstigen. Die Stimmung an den Aktienbörsen ist aber wiederum so positiv, dass auch mit zwischenzeitlichen Rückschlägen gerechnet werden muss.
Unter den ausgewählten Spezialwerten, die der Aktienfonds MAV Invest (WKN A0Q8ES) hält, vollführte die Edob-Anleihe, die Rechte auf Erlöse aus der Liquidation der früheren Escada AG verbrieft, einen Kurssprung. Der Insolvenzverwalter kündigte eine baldige Teilausschüttung an. Zur Höhe der Ausschüttung hat er sich nicht eindeutig geäußert. Sie dürfte zwischen 12 und 15% des Nominalwertes der Anleihe liegen. Der Kurs stieg in der Folge von rund 18 auf zeitweilig über 21%.
GBK Beteiligungen hat sich nach einer längeren Phase des Abwartens an zwei Unternehmen beteiligt und weitere Neuanlagen angekündigt. Investiert wurde in einen Chemie- und Kunststoffdistributeur mit 800 Mio € Umsatz und einen Anbieter von Tischdekoration mit 36 Mio € Umsatz . Der Aktienkurs der GBK stieg leicht an.
Neuigkeiten gibt es auch von Dnick (Deutsche Nickel): Der bekannte Investor und Autor Swen Lorenz berichtet auf seiner Internetseite (www.undervaluedshares.com), dass die wichtige Tochter Saxonia Eurocoin verkauft werden soll. Ein erfolgreicher Abschluss könnte Leben in den zuletzt eher stagnierenden Aktienkurs bringen.
R.B., 2.2.2011
Eurofinanzplan mit dem Schwerpunktangebot MAV Invest
Das Vermögensbetreuungsunternehmen Werner Immobilien GmbH aus Münster bei Darmstadt erweitert sein unter der Marke Eurofinanzplan angebotenes Anlagespektrum um weitere Sachwertinvestments. Einen Schwerpunkt des Angebots bildet der MAV Invest – Aktienfonds, für den Eurofinanzplan als zentraler Ansprechpartner für Privatanleger und Vermittler wirken wird. Kontakt: www.eurofinanzplan.de
Der MAV Invest – Aktienfonds (WKN: A0Q8ES) wurde vom Fondsbewerter FAIT benotet und hat das
Rating ***** (Fünf Sterne) und damit die beste zu vergebende Note erhalten. Fünf Sterne stehen für „weit überdurchschnittliche Wertentwicklung“. Der MAV Invest ist ein offener Investmentfonds mit
einem Schwerpunkt bei deutschen Value-Aktien. Ein großer Teil des Fondsvermögens wird in Spezialwerten gehalten. Anlageberaterin ist die MAV Vermögensverwaltung GmbH.
Werner Immobilien GmbH
Kirchstr. 35
64839 Münster
Tel. 06071 36236 begin_of_the_skype_highlighting 06071 36236 end_of_the_skype_highlighting
Fax 06071 38767
E-mail
wwerner@eurofinanzplan.de
Internet www.eurofinanzplan.de
Adcapital verkauft Beteiligung mit Millionengewinn
Der baden-württembergische Private-Equity-Investor Adcapital (früher Berliner Elektro) verkauft seine 61%-Beteiligung an DPS Engineering GmbH an das Management. DPS gilt als erfolgreicher IT-Dienstleister vor allem für die Bankbranche. Adcapital berichtet von einem niedrigen zweistelligen Millionengewinn durch die Transaktion. DPS war seit 1988 bei Adcapital und setzte in 2009 16,5 Mio Euro um.
Ralf Bake, 30.11.2010
GBK Beteiligungen: Neue Investitionen in der Pipeline
Keine Erklärung für Kursrutsch der Aktie
Die hannoversche Privat-Equity-Investorin GBK Beteiligungen AG berichtet für das dritte Quartal 2010 über ein zunehmendes Interesse mittelständischer Unternehmen an Beteiligungen von Finanzinvestoren. GBK selber sei zuversichtlich, in den kommenden Monaten einige neue Beteiligungen melden zu können. Den Anfang wird wohl ein Unternehmen der Beschichtungsbranche machen, dessen Name nicht genannt wird, da die Akquisition noch nicht abgeschlossen sei. GBK verfügte bei einem Gesamtwert des Unternehmens von rund 48 Mio € zum Jahresanfang über eine Liquidität von knapp 15 Mio €, von der im bisherigen Jahresverlauf erst wenig eingesetzt wurde. Die GBK ist mit dieser Liquidität, anders als hoch investierte Wettbewerber, darauf vorbereitet, gegebenenfalls moderate Unternehmenspreise zu nutzen und günstig zukaufen zu können.
GBK wird von der Hannover-Finanz-Gruppe verwaltet, hinter der vor allem einige Versicherungsunternehmen stehen. Unternehmensanteile werden in der Regel zusammen mit anderen Hannover-Finanz-Fonds erworben. Zu den bekannteren Beteiligungen der GBK gehören der Sport-Schuh-Filialist Runners Point (GBK-Anteil: 15%), das Geldtransportunternehmen Ziemann Sicherheit (GBK-Anteil: 7,5%) und der Nahrungsmittelhersteller Geti Wilba (GBK-Anteil: 7%).
Der GBK-Vorstand nimmt auch zum plötzlichen Kursrutsch der Aktie um 20% am 27. Oktober Stellung. An diesem Tag kam eine umfangreiche Verkaufsorder auf den Markt, die vermutlich nicht limitiert war und setzte den Kurs unter Druck. Der Vorstand meint: „Der Kursausschlag war für uns nicht nachvollziehbar, einen operativen Grund für die Kursentwicklung gab es nicht.“ Der Aktienkurs erholte sich in der Folge wieder, konnte sein früheres Kursniveau aber noch nicht nachhaltig erreichen. Vermutlich, wie auch GBK annimmt, da die Käufer des Aktienpakets ihre schnell entstandenen Gewinne realisieren wollen. Bis diese Belastung abgebaut ist, dürfte der GBK-Kurs deswegen wohl noch einige Tage unter Druck bleiben.
Ralf Bake, 29.10.2010
Börsenrückblick der MAV Vermögensverwaltung: September 2010
Kursanstieg vom Monatsbeginn wurde weitgehend verteidigt
Nach einer Konsolidierung im August stiegen die Aktienmärkte in der ersten Septemberhälfte wieder an und retteten das erhöhte Niveau in den Oktober. Gegen den Trend gaben Deutsche Bank im Zusammenhang mit einer umfangreichen Kapitalerhöhung deutlich nach. Autowerte stiegen im Gefolge von Meldungen über steigende Absatzzahlen und positiven Signalen aus den Unternehmen über die Gewinnentwicklung. Versorgeraktien wie RWE und Eon standen wegen der für die Branche als überwiegend belastend empfundenen politischen Entscheidungen zur Kernkraft unter Druck.
Die ausgewählte Spezialaktien, die der Aktienfonds MAV Invest (WKN A0Q8ES) hält, bewegten sich mangels Neuigkeiten nicht nennenswert. Eine Ausnahme war die Wasgau AG, die zwar ebenfalls nachrichtenlos blieb, aber im Monatsverlauf deutliche Kursschwankungen aufwies und den September mit einem deutlichen Plus abschloss.
Ralf Bake, 5.10.2010
Börsenrückblick der MAV Vermögensverwaltung: August 2010
Risikoscheu führt zu Kursverlusten bei Aktien
Die Aktienmärkte entwickelten sich im August schwächer. Relativ schlechte Konjunkturdaten aus den USA und eine wieder wachsende Risikoscheu der Anleger, auch im Zusammenhang mit der wieder aufgeflammten Debatte um die schuldengeplagten Länder im Euroraum, führten zur Zurückhaltung gegenüber Aktien. Eine Rolle dürfte auch die Markttechnik gespielt haben, die zu einem Rücksetzer der Kurse führte, nach dem es im Juli Anstiege und damit einhergehend einen größeren Optimismus der Investoren gegeben hatte. Eine gewisse Konsolidierung ist eine oft zu beobachtende Reaktion auf eine von positiver Stimmung begleitete Aufwärtsbewegung.
Unter den ausgewählten Spezialaktien, wie sie der Aktienfonds MAV Invest (WKN A0Q8ES) hält, konnten einige Werte zulegen. Kap Beteiligungs AG profitierten von einem erfreulichen Halbjahresbericht. Ebenfalls positiv berichteten Adcapital, DF Deutsche Forfait und Nordwest Handel, während Wasgau ein Halbjahresergebnis unterhalb der Erwartungen vorlegte. Die Aktienkurse veränderten sich in diesen Fällen aber kaum. Hier macht sich vermutlich die Sommerzeit mit ihren geringen Umsätzen bemerkbar.
Ralf Bake, 1.9.2010
Börsenrückblick der MAV Vermögensverwaltung: Juli 2010
Kursgewinne an den Aktienmärkten
Überwiegend steigende Kurse verzeichneten die Aktienbörsen im vergangenen Monat. Viele börsennotierte Unternehmen brachten Quartalsberichte, mit denen sie die Anleger positiv überraschten. Die Konjunkturmeldungen waren zwar eher gemischt, vor allem die aus den USA, aber die guten Unternehmenszahlen kompensierten diese Belastungen über. Hinzu kamen die insgesamt eher beruhigenden Ergebnisse der europäischen Bankstresstests, die vor allem den Finanzwerten Auftrieb gaben. Die Deutsche-Bank-Aktie stieg beispielsweise um fast 15% an. Neben den Stresstests wirkte sich hier das gute Quartalsergebnis aus.
Unter den ausgewählten Spezialaktien, wie sie der Aktienfonds MAV Invest (WKN A0Q8ES) hält, stachen insbesondere die Aktien der Stöhr & Co. mit einem Kurssprung hervor. Das Unternehmen soll aufgelöst werden. Die Verwaltung stellte ursprünglich einen Liquiditationswert um 2,18 € pro Aktie in Aussicht, der nach dem erfolgreichen Verkauf eines Großteils des operativen Geschäfts nun auf 3,74 € pro Aktie erhöht wurde. Der Aktienkurs stieg um über 45% an.
Ralf Bake, 6.8.2010
Fünf Sterne für den MAV Invest
Der MAV Invest – Aktienfonds ist vom österreichischen Fondsbewerter FAIT benotet worden und hat das Rating ***** (Fünf Sterne) und damit die beste zu vergebende Note erhalten. Fünf Sterne stehen für „weit überdurchschnittliche Wertentwicklung“.
Das FAIT-Rating berücksichtigt die Outperformance gegenüber dem jeweiligen Fondssektor und bezieht das Verhältnis aus Gewinnentwicklung und Risiko mit in das Rating ein. Im Ergebnis gibt es eine Bewertung von einem Stern (*) für eine „weit unterdurchschnittliche Wertentwicklung“ bis zu fünf Sternen (*****) für eine „weit überdurchschnittliche Wertentwicklung“.
Ralf Bake, 2.8.2010
Nordwest Handel: Großaktionär hält Tür zur Übernahme offen
Äußerungen zu Plänen der Rothenberger-Gruppe
Die Rothenberger-Gruppe, ein Werkzeugsteller und Lieferant der Nordwest Handel, kündigte Ende Mai eine Beteiligung von knapp 30% am Unternehmen an. Zu diesem Zeitpunkt heiß es noch, man wolle nicht weiter erhöhen. Jetzt wurde doch eine Tür für eine spätere Übernahme geöffnet: Im Juli teilte Nordwest mit:„Rothenberger bleibt … unter 30% und schließt dadurch ein Übernahmeangebot zum jetzigen Zeitpunkt aus.“ (Nordwest News 03/2010) Der Satz ist nun etwas irreführend, da durch einen Aktienanteil von unter 30% natürlich kein Übernahmeangebot ausgeschlossen ist. Ein solches kann grundsätzlich jeder vorlegen, auch wenn er bisher gar keine Aktien besitzt. Gemeint ist wohl, dass die Rothenberger-Gruppe im Moment eine Aufstockung auf 30% oder mehr an Nordwest Handel ausschließt und damit vermeidet, ein Übernahmeangebot vorlegen zu müssen.
Interessant ist an der Aussage, zumindest für die Nordwest-Aktionäre, aber eigentlich die Botschaft, dass ein Übernahmeangebot für den Moment ausgeschlossen sei; für die Zukunft wird es also bewusst offen gelassen. Ende Mai sagte Helmut Rothenberger noch: „Wir haben jedoch keine Absichten unsere Beteiligung ... noch weiter zu erhöhen“ (vgl. unsere Meldung vom 3.6.2010: Nordwest Handel: Investor zahlt über 10,50 € pro Aktie).
Zum Hintergrund: Die Rothenberger-Gruppe zahlt für ihr knapp 30%-Paket an Nordwest Handel einen Preis, der nicht bekannt gegeben wurde, aber nach Angaben von Helmut Rothenberger nicht unter 10,52 € liegt. Sobald die Gruppe die 30%-Schwelle überschreitet, muss sie allen Aktionären anbieten, deren Aktien zu kaufen. Mindestpreis ist der durchschnittliche Börsenkurs der letzten drei Monate vor Überschreiten der 30%-Grenze. Hat es innerhalb von sechs Monaten davor so genannte Vorerwerbe gegeben, darf der Angebotspreis darüber hinaus nicht unter den Kaufpreisen für diese Vorerwerbe liegen (§ 4 WpÜG-Angebotsverordnung). Im Falle Nordwest Handels bedeutet dies, dass die Rothenberger-Gruppe allen Aktionären einen Preis von 10,52 € oder mehr zahlen muss, wenn sie innerhalb von sechs Monaten nach dem Paketkauf auf 30% kommt. Oder anders gesagt: Wenn sie länger als sechs Monate wartet, muss sie nicht mehr die 10,52 € + X, sondern nur noch den dann geltenden Durchschnittkurs der letzten Monate bieten, wobei sie hier den Vorteil hätte, sich einen passenden Zeitpunkt aussuchen zu können.
Ralf Bake, 26.7.2010
Bericht zur Hauptversammlung der Stöhr AG
Lob und Tadel der Aktionäre
Am 13.7.2010 fand die Hauptversammlung der Stöhr & Co. AG zum Rumpfgeschäftsjahr vom 1.7. bis 31.12.2010 statt. Die letzte Hauptversammlung war im Dezember 2009 abgehalten worden. Ausgehend vom für die Aktionäre überraschend niedrigen Eigenkapital in der Liquidationseröffnungsbilanz von rund 2,18 Euro pro Aktie entzündete sich Kritik an der Verwaltung, da der Vorwurf im Raume stand, sie wolle das gesamte Vermögen unter Wert an die Großaktionärin Kap Beteiligungs-AG verkaufen. Die Stöhr AG befindet sich seit 2009 in Liquidation. Den Verdacht einer Vermögensübertragung an die Konzernmutter unter Wert und damit zu Lasten der Minderheitsaktionäre empfanden fast alle Aktionäre, die das Wort ergriffen, inzwischen zum Teil entkräftet und zu anderen Teil bestätigt.
Das Vermögen von Stöhr besteht, neben einigen Grundstücken, im Wesentlichen aus zwei Teilen: Einmal dem traditionellen Kammgarngeschäft und zum anderen aus einer 26%-Beteiligung an dem Unternehmen MEP-Olbo. Die übrigen 74% gehören der Mehler AG, die wiederum wie Stöhr eine Tochter der Kap Beteiligungs-AG ist.
Die Kammgarnaktivitäten werden nun, wie kurz vor der HV gemeldet wurde, im Wesentichen an die Erwo-Gruppe (Südwolle und Textilgruppe Hof) verkauft. Damit wird, anders als von der Stöhr-Verwaltung zwischenzeitlich auch angedacht, dieser Bereich an Konzernfremde abgegeben und es gibt hier keinen Interessenkonflikt. Der Kaufpreis wurde von den Aktionären als akzeptabel empfunden. Im Ergebnis erhöht sich das Eigenkapital der Stöhr AG um rund 10 Mio Euro; pro Aktie steigt es von den genannten 2,18 auf rund 3,74 Euro pro Aktie. Erwo zahlt den Kaufpreis von 22 Mio Euro in 18 gleich hohen Monatsraten bis Februar 2012. Bei Stöhr verbleiben ein Forderungsbestand in Höhe von rund 15 Mio Euro sowie die Färberei in Mönchen-Gladbach und die Kammgarnspinnerei in Portugal. Die beiden Produktionsbetriebe werden bis auf Weiteres als Lohnveredeler für die Erwo-Gruppe tätig sein. Größere Gewinne oder Verluste seien aus deren Tätigkeit nicht zu erwarten, teilte der Liquidator mit.
Heftige Kritik gab es am geplanten Verkauf der MEP-Olbo für 8,1 Mio Euro an den Großaktionär. Die Stöhr-Verwaltung hatte zur Ermittlung des Kaufpreises ein Wertgutachten anfertigen lassen. Dieses wurden von den Aktionären, die es einsehen konnten, als im Ergebnis den Unternehmenswert viel zu niedrig ansetzend angegangen. Die Kritiker bezeichneten vor allem die verwendetet Beta-Faktoren und damit die Abzinsungsfaktoren als stark überhöht. Die Aktionäre verlangten entweder vom Verkauf abzusehen oder alternativ ein neues Gutachten, dieses Mal von neutraler Seite, in Auftrag zu geben. Die Verwaltung lehnte es ab, den Verkauf der MEP-Olbo an eine Kap-Tochter auszusetzen. Der AR-Vorsitzende (und Kap-Großaktionär) wollte der Bestellung eines Gutachters durch eine neutrale Instanz zuerst zustimmen, zog diese Zustimmung dann aber wieder zurück und verwies die kritischen Minderheitsaktionäre auf den Rechtsweg. Die Hauptversammlung endete mit einigen hunderttausend Gegenstimmung zur Feststellung des Jahresabschlusses und zur Entlastung der Organe. Eine ganze Reihe von Aktionären gab noch Widersprüche zu Protokoll.
Hinweis: Von der MAV beratene Fonds halten Aktien der Stöhr AG. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Stöhr-Aktien zu kaufen noch sie zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.
Ralf Bake , 14.7.2010
Börsenrückblick der MAV Vermögensverwaltung: Juni 2010
Die Risikoscheu der Anleger hat wieder zugenommen
Die Aktienmärkte schwankten im Juni stark und zeigten sich insgesamt schwächer. Ausgewählte Spezialaktien, wie sie der Aktienfonds MAV Invest (WKN A0Q8ES) hält, legten zum Teil gegen den Trend zu. So gewannen GBK Beteiligungen nach Meldungen über die Substanzstärke und relative Unterbewertung der Aktie im Zusammenhang mit der Hauptversammlung. Bei Nordwest Handel belebte der Einstieg eines zweiten Lieferanten nach der Rothenberger-Gruppe als Aktionär den Kurs. Der MAV Invest legte ebenfalls zu (um knapp 1%), wobei er unter anderem vom teilweisen Verkauf seiner großen Position in Adcapital zu einem Preis über dem Börsenkurs an den Hauptaktionär profitierte.
Hauptversammlung der Wasgau AG
Erhöhte Dividende, aber vorsichtiger Ausblick
Am 23.6.2010 fand am Sitz der Gesellschaft in Pirmasens die Hauptversammlung der Wasgau Produktions & Handels-AG statt. Etwa 400 Aktionäre nahmen an der HV teil. Unter ihnen befand sich neben dem Oberbürgermeister von Pirmasens auch der Chef des Einkaufverbandes Markant, über den Wasgau einen Großteil ihrer Waren bezieht. Er vertrat rund 0,9% der Wasgau-Aktien. 53,1% liegen nach wie vor bei einer Beteiligungsgesellschaft der Hornbach-Familie, die auch den Aufsichtsrat dominiert, während 24,98% der frühere Kooperationspartner Edeka hält. Gut 5,1% der Wasgau-Aktien halten Vorstände und Aufsichtsräte und 1,5% von der MAV Vermögensverwaltung beratene Anleger.
Der Vorstandsvorsitzende Kettern berichtete über ein trotz Krise verbessertes Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in 2009, das vor allem wegen stark gesunkener Zinsaufwendungen zulegte. Der Jahresüberschuss stieg dank Sondereffekten sogar auf ein Rekordhoch von 4,8 Mio Euro. Die Hauptversammlung beschloss einstimmig eine Erhöhung der Dividende von 0,13 auf 0,17 Euro pro Aktie. Bemerkenswerterweise wurden auch die Entlastungen von Vorstand und Aufsichtsrat ohne eine einzige Gegenstimme oder Enthaltung seitens der Aktionäre erteilt.
Die Wasgau AG ist ein Lebensmitteleinzelhändler mit 88 Märkten vornehmlich im Saarland und Rheinland-Pfalz. Zusätzlich werden sieben Cash&Carry-Märkte in der Region betrieben. Als Alleinstellungsmerkmal und wesentlicher Ergebnisbringer gelten die Produktionsbetriebe Bäckerei und Metzgerei, deren Produkte weit überwiegend in den eigenen Märkten abgesetzt werden. Zusätzlich betreibt Wasgau weiteren Großhandel mit Großverbrauchern (wie Krankenhäusern, Kasernen) und mit selbständigen Einzelhändlern.
Das Jahr 2010 begann bezüglich Umsatz und Ergebnis eher verhalten; der Vorstand hofft aber gleichwohl auf bereinigter Basis (ohne Sondereffekte) das Vorjahresergebnis wiederholen zu können. Anfang 2010 wurde das vier Märkte umfassende Luxemburger Geschäft mit einem Sondergewinn von 2 Mio Euro verkauft. Insgesamt sind für 2010 Investitionen in Höhe von 15 Mio Euro vor allem in die Lebensmittelmärkte geplant. Zuletzt wurde im Mai ein Markt in Nieder-Olm bei Mainz eröffnet. Mit dem in der Fachpresse gelobten Standort schiebt sich Wasgau langsam aus der Stammregion in Richtung Rhein-Main-Gebiet vor und damit in ein Gebiet, das eine viel höhere Kaufkraft, aber auch mehr Wettbewerb zu bieten hat.
Hinweis: Von der MAV beratene Fonds halten Aktien der Wasgau AG. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Wasgau-Aktien zu kaufen noch sie zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.
Ralf Bake, 25.6.2010
Nordwest Handel: MAV-Anleger halten gut 2% der Aktien
Von der MAV beratene Anleger zeigen sich als weitere größere Aktionärsgruppe
Die MAV Vermögensverwaltung Mannheim teilt mit, dass von ihr beratene Anleger (MAV-Anleger) gut 66.000 Nordwest-Handel-Aktien und damit 2,07% am Unternehmen halten. Zu den MAV-Anlegern zählt der Publikumsaktienfonds MAV Invest (A0Q8ES). Das Investment wird zur reinen Vermögensanlage von Anlegergeldern gehalten.
Die bisher bekannten Aktionäre und ihre Bestände sind folgende:
Rothenberger-Gruppe, nach erfolgter Zustimmung des Kartellamts: 29,89% (Lieferant von Nordwest Handel), TTS Tooltechnic: 3,56 % (Lieferant), Karl Pörzgen: 3,10% (Kunde), AR-Vorsitzender Dr. Paul Kellerwessel: 1,02% (Kunde), Andere AR-Mitglieder: 1,22% direkt und indirekt (Kunden). Nordwest Handel: 5,01% (eigene Aktien). MAV-Anleger: 2,07% (Anleger). Die Zuordnung zu den Gruppen „Kunden“ bzw. „Lieferanten“ wurde von der MAV Vermögensverwaltung auf Grundlage öffentlicher Informationen vorgenommen. Insgesamt liegen, soweit bekannt, 33,45% bei Lieferanten, 5,34% bei Kunden, 5,01% beim Unternehmen selbst und 2,07% bei Finanzanlegern. Die unbekannten 54,13% sind vermutlich noch zu einem größeren Teil bei Kunden, weil Nordwest Handel aus einer Genossenschaft entstanden ist, deren Anteile ursprünglich komplett bei Kunden lagen.
Festzuhalten ist, dass die Lieferanten nach ihren kürzlich erfolgten Zukäufen die größte bekannte Aktionärsgruppe sind. Die Hauptaktionärin Rothenberger-Gruppe hat bereits angekündigt, zwei der sechs Aufsichtsratsplätze der Anteilseigner besetzen zu wollen. Bisher werden vier der Mandate von Kunden gehalten, einer ist vakant und einer wird von einem Bankdirektor im Ruhestand besetzt.
Hinweis: Von der MAV beratene Fonds halten Aktien der Nordwest Handel AG. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Nordwest Handel-Aktien zu kaufen noch sie zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.
Ralf Bake, 12.6.2010
MAV Invest – Aktienfonds: Platz 1 im Mai bei Europäischen Nebenwertefonds
Monatssieger unter 189 europäischen Fonds
Der von der MAV Vermögensverwaltung beratene Aktienfonds MAV Invest
(Wertpapierkennnummer A0Q8ES) hat beim britischen Informationsdienst citywire.co.uk in der Kategorie Deutsche Nebenwerte (Germany - Equity Europe Small&Mid Cap) im Monat Mai das beste Ergebnis von 100 Fonds erzielt. In der Kategorie Europäische Nebenwerte (Paneuropean - Equity Europe Small&Mid Cap) erreichte der MAV Invest ebenfalls Platz 1 bei der Wertentwicklung, hier von 189 beurteilten Fonds.Im Mai 2010 haben insbesondere die Aktienindizes für Nebenwerte schwächer tendiert. Der MAV Invest profitierte von ausgesuchten Spezialwerten, die in den Aktienindizes nicht enthalten sind. Dazu gehörten GAG Immobilien nach einer Kaufempfehlung in einem bekannten Anlegermagazin, Nordwest Handel nach dem Einstieg eines neuen Großaktionärs und Wasgau AG ohne erkennbaren Grund.
Hinweis: Die vorstehende Mitteilung ist keine Anlageempfehlung. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger. Interessenten sollten sich ausführlich insbesondere anhand des Verkaufsprospekts informieren. Kurssteigerungen in der Vergangenheit sind keine Hinweise für die Entwicklung in der Zukunft. Der Wert der Fondsanteile kann steigen oder fallen.
Ralf Bake, 12.6.2010
Nordwest Handel: Weiterer Großaktionär
Nach Rothenberger beteiligt sich weiterer Werkzeuglieferant
Die TTS Tooltechnic, Hersteller von Festool-Werkzeugen, meldet eine Beteiligung von3,56 % (114.050 Stimmrechte) an Nordwest Handel. Damit hat sich innerhalb von wenigen Tagen einer zweiter Großaktionär aus dem Kreis der Lieferanten engagiert. Ende Mai meldete die Rothenberger-Gruppe (ebenfalls ein Werkzeughersteller), dass sie sich mit knapp 30% an Nordwest Handel beteilige. Auffällig ist die zeitliche Nähe der beiden Meldungen. Ob sie reiner Zufall ist, ob die Beteiligungsnahme von TTS im Einvernehmen mit oder ob sie in Konkurrenz zu Rothenberger erfolgt, ist noch unbekannt. Auffällig ist, dass die Nordwest-Aktien traditionell den Kunden (Großhändler für Werkzeuge und andere technische Produkte) von Nordwest Handel gehörten und sich nun gleich zwei mal Lieferanten beteiligen, von denen Rothenberger schon mal sein strategisches Interesse an Nordwest Handel als Vertriebskanal signalisiert hat. Von TTS war bisher noch nichts zu hören. Die Aktien stammen, die TTS erworben hat, stammen offensichtlich von Dr. Norbert Schlicht, der im Februar ein Überschreiten der Grenze von 3% gemeldet hatte und nun praktisch seinen ganzen Aktienbestand verkauft hat.
Hinweis: Von der MAV beratene Fonds halten Aktien der Nordwest Handel AG. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Nordwest Handel-Aktien zu kaufen noch sie zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.
Ralf Bake, 4.6. 2010
Nordwest Handel: Investor zahlt über 10,50 € pro Aktie
Aber: Kein Übernahmeangebot geplant
Die Rothenberger-Gruppe hat Ende Mai 23,71% an Nordwest Handel erworben und will nach Zustimmung des Kartellamts weitere 6,08% vom bisherigen Großaktionär übernehmen. Insgesamt kauft Rothenberger damit rund 950.000 Aktien. Der Börsen-Zeitung vom 26.5.2010 sagte Helmuth Rothenberger, er zahle einen „niedrigen zweistelligen Millionenbetrag“. Bei einem Kaufpreis von 10 Mio € ergibt das rund 10,52 € pro Aktie. Ebenfalls der Börsen-Zeitung teilte Rothenberger mit, er sehe „in dem Hagener Unternehmen einen schlagkräftigen zusätzlichen Vertriebskanal für seine eigenen Produkte für den Installateur“. Das würde auf eine angestrebte Mehrheitsübernahme von Nordwest hindeuten. Sobald Rothenberger mehr als 30% erwirbt, müsste er allen Aktionären den gezahlten Kaufpreis, also mindestens 10,50 €, bieten. Andererseits wurde Herr Rothenberger ebenfalls am 26.5.2010 auf www. Derwesten.de (WAZ-Gruppe) mit der Aussage „wir haben jedoch keine Absichten unsere Beteiligung danach noch weiter zu erhöhen“ zitiert. In der Gesamtschau könnte so der Eindruck entstehen, die Rothenberger-Gruppe wollte mit einer unter 30%-Beteiligung starken Einfluss auf Nordwest Handel nehmen.
Hinweis: Von der MAV beratene Fonds halten Aktien der Nordwest Handel AG. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Nordwest Handel-Aktien zu kaufen noch sie zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.
Ralf Bake, 2.6.2010
Rothenberger steigt bei Nordwest Handel ein
Verbindung über Nexmart
Die Mutter der Rothenberger Werkzeuge GmbH (Dr. Helmut Rothenberger Holding GmbH, Anif, Österreich) hat sich mit 23,71% an Nordwest Handel beteiligt. Die Aktien wurden von Hubert Grevenkamp, dem bisher wichtigsten Aktionär, erworben. Er behält 6,08% der Aktien. Grevenkamp war am 20.5.2010 und damit einen Tag vor dem Verkauf als Aufsichtsrat von Nordwest zurückgetreten.
Nordwest Handel ist eine Einkaufsgesellschaft für Großhändler in den Feldern Stahl, Werkzeuge, Beschläge, Maschinen und Haustechnik. Das Unternehmen war bis in die neunziger Jahre hinein eine Genossenschaft. Ein Großteil der Aktien liegt immer noch bei ehemaligen Genossenschaftsmitgliedern und damit Kunden. Mit dem Einstieg von Rothenberger ändert sich die Aktionärsstruktur entscheidend: Der neue Großaktionär stellt selbst Werkzeuge und Klimageräte her und ist damit ein Lieferant von Nordwest. Zwischen Rothenberger und Nordwest gibt es bereits Verbindungen: Nordwest ist mit 9,9% an der Rothenberger-Tochter Nexmart (www.nexmart.net) beteiligt. Nexmart betreibt ein Internetportal, über das Werkzeuge an Großhändler vertrieben werden. Offensichtlich handelt es sich bei der Beteiligung von Rothenberger an Nordwest Handel um keine reine Finanzanlage, sondern es werden strategische Ziele verfolgt. Näheres über die Absichten von Rothenberger ist allerdings bisher nicht bekannt.
Hinweis: Von der MAV beratene Fonds halten Aktien der Nordwest Handel AG. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Nordwest Handel-Aktien zu kaufen noch sie zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.
Ralf Bake, 21.5.2010
Börsenrückblick der MAV Vermögensverwaltung: April 2010
Die Griechenlandkrise belastet
Die Aktienmärkte konsolidierten im April und zeigten sich insgesamt leicht schwächer. Wie im letzten Börsenrückblick erwartet, gab es an den Börsen einige Kursrückgänge. Auslöser waren wohl die griechischen Finanznöte, wenngleich der Kursanstieg der Vorwochen schon allein aus markttechnischen Gründen nach einer kleinen Korrektur verlangte. Die Unternehmensmeldungen, vorwiegend zum ersten Quartal, waren überwiegend positiv und verliehen dem Markt Unterstützung. Die Nervosität der Aktienanleger scheint insgesamt etwas zugenommen haben, aber die Entwicklung dürfte eher stabilisierend wirken, denn großen Kurseinbrüchen geht erfahrungsgemäß eine große Euphorie der Investoren voran. Eine solche ist aber nicht auszumachen.
Ausgewählte Spezialaktien, wie sie der Aktienfonds MAV Invest (WKN A0Q8ES) hält, legten zum Teil gegen den Trend zu. Es gewannen wiederum Adcapital, dieses Mal wegen eines öffentlichen Kaufangebots des Großaktionärs zu 9 Euro. Kap Beteiligungs-AG stiegen nach positiven Meldungen über den Verlauf des ersten Quartals 2010 und der Ankündigung einer Dividendenerhöhung auf 2 Euro (nach 1,50 Euro). Bei den Standardwerten fielen Deutsche Bank-Aktien trotz eines guten Quartalsergebnisses im Zuge der generellen Abschwächung von Finanzwerten wegen der Griechenland-Krise. Volkswagen legten trotz Dividendenabschlag nach der gut aufgenommenen Kapitalerhöhung und positiven Ergebnismeldungen zu.
Kaufangebot für Adcapital-Aktien: 9 Euro
Großaktionär will aufstocken
Der Adcapital-Großaktionär Günther Leibinger (bisheriger Anteil vermutlich bei gut 45%) hat am 23.4.2010 ein freiwilliges Kaufangebot für 650.000 Adcapital-Aktien zu je 9 Euro angekündigt. Zum Vergleich: Der letzte Aktienkurs vor der Ankündigung lag um 8 Euro. Leibinger ist seit einigen Jahren Großaktionär und stockte seine Beteiligung jahrelang über die Börse auf. Adcapital wurde vor über 20 Jahren von Manfred Bernau als Berliner Elektro Beteiligungen gegründet und hält heute neben Beteiligungen vornehmlich mit Elektronik-Bezug ein umfangreiches Wertpapierportefeuille, das im Zuge der Finanzkrise abgewertet wurde, inzwischen mit der Börsenerholung aber wieder zugelegt hat. Der Innere Wert pro Aktie wurde für Ende 2008 mit 10,30 Euro pro Aktie angegeben und dürfte inzwischen deutlich höher sein. Am 28. April wird der Konzernabschluss für 2009 vorgelegt, aus dem sich weitere Hinweise auf den Inneren Wert der Adcapital ableiten lassen werden. Als Dividende für 2009 werden 0,50 Euro pro Aktie vorgeschlagen. Das eigentliche Angebot soll Mitte Mai vorgelegt werden. Adcapital selber hatte im Oktober 2009 ein Aktienrückkaufangebot zu 6,75 Euro vorgelegt, war damit aber auf wenig Resonanz bei den Aktionären gestoßen.
Hinweis: Die von der MAV beratenen Aktienfonds halten Adcapital-Aktien. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Adcapital-Aktien zu kaufen noch sie, im Rahmen des Kaufangebots oder über die Börse, zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.
Börsenrückblick der MAV Vermögensverwaltung: März 2010
Steigende Aktienkurse trotz Schuldenkrise
Die Aktienmärkte entwickelten sich im März insgesamt fester. Die Anleger zeigten wieder größeren Optimismus im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung. Sie ließen sich durch die eher negativen Nachrichten vom Euro-Problemkind Griechenland nicht verunsichern. Die Kursgewinne der Aktien deuten auf einen gewissen Anlagenotstand hin. Für viele Investoren, die höhere Renditen erzielen wollen, als sie beispielsweise Staatsanleihen bieten, gibt es kaum Alternativen zu Aktien. Gleichwohl zeigt die Lage in Griechenland, dass die Krise noch nicht ausgestanden ist. Kurzfristige Rücksetzer wären deshalb nicht überraschend und markttechnisch sogar ganz gesund.
Ausgewählte Spezialaktien, wie sie der Aktienfonds MAV Invest (WKN A0Q8ES) hält, konnten teilweise deutliche Zuwächse erzielen. Es profitierten insbesondere Adcapital, DF Deutsche Forfait und Wasgau von positiven Unternehmensmeldungen. Bei Nordwest Handel war das Jahresergebnis 2009 eher schwach. Hier zogen den Kurs bekannt gewordene Aktienkäufe größerer Aktionäre empor. Der Immobilienfonds KanAm US-Grundbesitz fand das Interesse der Anleger, nach dem Beteiligungen an zwei großen amerikanischen Einkaufszentren zu besseren Preisen als am Markt offensichtlich befürchtet, verkauft werden konnten. Der MAV Invest reduzierte die Position in diesem Fonds, um entstandene Kursgewinne zu realisieren.
Börsenrückblick der MAV Vermögensverwaltung: Februar 2010
Nervosität und Richtungslosigkeit an der Börse
Insgesamt wenig verändert zeigten sich die Aktienbörsen im Februar. Gleichwohl gab es innerhalb des Monats einige Schwankungen. Die Anleger sind nervös und lassen die Kurse, je nach dem wie die aktuellen Tagesmeldungen ausfallen, herauf oder herunter laufen. Der verbreiteten Skepsis vieler Investoren steht ein großer Anlagedruck gegenüber. Angesichts niedriger Zinsen und gleichzeitig zumindest mittelfristig drohender Inflationsgefahr fehlt es an Anlagealternativen zu Aktien. Die Zinsen für Bankeinlagen sind auf sehr niedrigem Niveau. Anleihen bieten ebenfalls nur niedrige Zinsen und sind angesichts bereits deutlich gestiegener Kurse der Möglichkeit einer Korrektur ausgesetzt. Die Unternehmensnachrichten deuten auf eine sich weiterhin stabilisierende Wirtschaftsentwicklung hin. Der eher schwächere Euro beleuchtet zwar die schwächen des Euroraums, verstärkt aber gleichzeitig die Exportchancen der europäischen Industrie. Daher besteht im weiteren Verlauf des Jahres 2010 durchaus Raum für Kursgewinne an den Aktienmärkten.
Spezialaktien, wie sie der Aktienfonds MAV Invest (WKN A0Q8ES) hält, konnten zum Teil trotz des insgesamt stagnierenden Marktes zulegen. Adcapital profitierte nach wie vor von Zukäufen des Großaktionärs. Scherzer & Co. stiegen nach der Vorlage erfreulicher Zahlen für das Jahr 2009. DF Deutsche Forfait und GAG Immobilien legten im Kurs zu ohne dass es erkennbare Gründe gab. Beide Werte waren lange vom Markt vernachlässigt worden. Einen Kursrückschlag gab es für Dnick, die im Januar nach Empfehlungen in Anlegermagazinen gestiegen waren.
Börsenrückblick der MAV Vermögensverwaltung: Januar 2010
Rücksetzer bei Standardaktien, Stabilität bei Spezialaktien
Die großen Standardaktien erlebten im Januar deutliche Rückschläge an den Börsen. Der DAX fiel beispielsweise um knapp 6%. Es handelte sich offensichtlich um eine vorwiegend markttechnisch begründete Korrektur nach den deutlichen Kursgewinnen im zweiten Halbjahr 2009. Auslöser waren nicht zuletzt Befürchtungen im Hinblick auf die schwierig Finanzsituation in Griechenland, Portugal und Spanien. Diese war aber wohl nur der Anlass. Die Börse war einfach reif für Kursrückgänge, nachdem die Großaktien kurzfristig überkauft waren. Ein über mehrere Monate laufender Kursanstieg zieht so genannte schwache Hände an, die erst wieder herausgeschüttelt werden müssen, um der Entwicklung Stabilität zu verleihen. Das Bild von den „schwachen Händen“ soll Anleger beschreiben, die sehr ängstlich oder prozyklisch sind, die also verkaufen, wenn die Kurse fallen, da sie wenig Vertrauen in ihre eigenen Entscheidungen haben.
Anders sah es bei einer Reihe von Spezialaktien aus. Die meisten bewegten sich kaum, während einige sogar deutliche Kursgewinne verbuchten. Darunter waren zum Beispiel die im Aktienfonds MAV Invest enthaltene Adcapital, deren Kurs im Zuge gemeldeter Insiderkäufe des Großaktionärs anzog und Dnick (Deutsche Nickel), deren Aktien in zwei bekannten Anlegermagazinen empfohlen wurden. Wenig Bewegung zeigten hingegen die Beteiligungsgesellschaften GBK, Shareholder Value, Scherzer und HBM Bioventures, die sämtlich mit deutlichen Abschlägen auf ihren jeweiligen NAV (Innerer Wert) notieren und über diesen hinaus noch über weitere mögliche Stille Reserven verfügen.
Bien-Zenker: Übernahmeangebot ausgelaufen
41.596 Aktien eingereicht
Das Übernahmeangebot der Konzern-Mutter DEIN Haus Holding für die im Streubesitz stehenden Bien-Zenker-Aktien ist am 21.1.2010 um 24 Uhr ausgelaufen. Es wurde für 41.596 Aktien und damit für 1,6909% aller Aktien angenommen. DEIN Haus sind damit vor allem über ihre Tochter Elk Fertighaus und einschließlich der eigenen Aktien der Bien-Zenker AG 89,18% an Bien-Zenker zuzurechnen. Die eher geringe Annahmenquote erklärt sich wohl aus dem relativ niedrigen Angebotspreis von 3,97 €. Der Vorstand von Bien-Zenker hatte bereits am 4.1. in einer Stellungnahme gemeint, der gebotene Preis sei nicht angemessen und die Zukunftsperspektiven sowie der abgeschlossene Kapazitätsabbau sei nicht hinreichend berücksichtigt worden. Während der Angebotsfrist meldete das Unternehmen noch, dass es als Lizenznehmer das Ikea-Haus (Boklok) in Deutschland anbieten wird. Die Aktie stand zum Ende der Angebotsfrist fast bei 5 € und damit deutlich über dem Angebotspreis.
Hinweis: Ein von der MAV beratener Fonds hält Bien-Zenker-Aktien. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Bien-Zenker-Aktien zu kaufen noch sie zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.
Monatskommentar Dezember 2009 für den MAV Invest:
Der MAV Invest konnte im Dezember seinen Rückstand auf den DAX, der bereits stichtagsbedingt bei der Auflegung entstanden war, nicht mehr reduzieren. Das gesamte Jahr 2009 war bis in den März hinein das Jahr des Kursabschwungs und danach des Aufschwungs – allerdings, was den Aufschwung betrifft, vornehmlich der größeren Werte. Die Spezialwerte, wie sie im MAV Invest stark vertreten sind, hatten das Nachsehen. Nun hat sich allerdings ein Bewertungsabstand aufgebaut, der den Nebenwerten deutlichen Nachholbedarf beschert und gute Aussichten für eine Überperformance vieler ausgesuchter Small- und Midcaps in 2010 bedeutet – sowohl absolut als auch relativ zu den Indizes der Standardwerte. Damit gehen wir mit dem MAV Invest sehr zuversichtlich in das Jahr 2010.
Börsenrückblick: Deutsche Spezialaktien
Kommt es zur Renaissance der Nebenwerte?
Den Artikel finden Sie unter folgender Adresse:
http://www.news4press.com/Meldung_509434.html
Bien-Zenker: Übernahmeangebot zu 3,97 Euro pro Aktie vorgelegt
Für den börsennotierten deutschen Hersteller von Fertighäusern Bien-Zenker wird von der neuen (indirekten) Hauptaktionärin DEIN Haus Holding aus Wien ein Pflichtkaufangebot für Bien-Zenker vorgelegt. Der zu bietende Mindestpreis wurde auf 3,97 Euro pro Aktie festgelegt.
Der Hintergrund ist folgender: Mehrheitsaktionärin von Bien-Zenker ist seit Jahren die österreichische Elk Fertighaus AG. Der Elk-Mehrheitsaktionär Johann Weichselbaum hat nun seine Elk-Anteile an die DEIN Haus Holding verkauft, an der sein Sohn Erich Weichselbaum die Mehrheit hält. Erich Weichselbaum war Mitte 2009 offenbar wegen Uneinigkeit mit seinem Vater bei Elk und Bien-Zenker aus dem Management ausgeschieden. Nun kehrt er zurück und ist wegen seiner neuen Stimmrechte verpflichtet, ein Kaufangebot für alle freien Bien-Zenker-Aktien zu machen. Elk Fertighaus hatte jahrelang Bien-Zenker-Aktien angekauft und hielt zuletzt (einschließlich eigener Aktien der Bien-Zenker) 87,49%.
Die Angebotsunterlage wurde unter www.elk.at veröffentlicht. Aus dieser Unterlage geht hervor, dass die Bieterin erwägt, einen übernahmerechtlichen oder einen aktienrechtichen Squeeze-out anzustreben, sofern nach Abschluss des Übernahmeangebots 95% erreicht werden. Auffällig ist das Zustandekommen des Übernahmepreises. Das Wertpapierübernahmegesetz (WpÜG) sieht eigentlich den gewichteten durchschnittlichen Börsenkurs während der drei Monate vor Kontrollerlangung als Mindestpreis für ein solches Pflichtangebot vor. Die Wertpapieraufsichtsbehörde BaFin hat nun mitgeteilt, dass wegen des geringen Zahl zustande gekommener Börsenkurse im fraglichen Zeitraum kein gültiger Durchschnittspreis ermittelt werden konnte. Deshalb musste der tatsächliche Wert der Aktie ermittelt werden. Um dieses sachgerecht vornehmen zu können, bedarf es eigentlich interner Planungsdaten des betroffenen Unternehmens (also Bien-Zenker). Der Vorstand von Bien-Zenker hat sich sich aber geweigert, diese Daten zur Verfügung zu stellen. Daher wurden Multiples (Vervielfacher) für die Bewertung von Vergleichsunternehmen und auch von Bien-Zenker selber verwendet, um eine Schätzung des Wertes der Bien-Zenker-Aktie vorzunehmen. Aus diesen Berechnungen ergab sich dann der Wert von 3,97 Euro. Die Bieterin weist selbst darauf hin, dass die Aussagefähigkeit dieses ermittelten Wertes stark eingeschränkt sein kann.
Zur Einordnung: Sollte DEIN Haus mit dem vorliegenden Übernahmeangebot auf über 95% aller Bien-Zenker-Aktien kommen, so ist mit einem übernahmerechtlichen Squeeze-out zu rechnen, bei dem alle Aktionäre ihre Aktien für 3,97 Euro abgeben müssen. Werden die 95% nicht erreicht, so könnte die Mehrheitsaktionärin entsprechend Aktien zukaufen und einen aktienrechtlichen Squeeze-out in die Wege leiten. Hier müsste eine richtige Unternehmensbewertung erfolgen, die auch gerichtlich überprüfbar wäre.
Hinweis: Ein von der MAV beratener Fonds hält Bien-Zenker-Aktien. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Bien-Zenker-Aktien zu kaufen noch sie, im Rahmen des Übernahmeangebots oder über die Börse. zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.
Hauptversammlungsbericht Stöhr AG:
Am 11.12.2009 fand die Hauptversammlung der Stöhr AG zum Rumpfgeschäftsjahr vom 1.1. bis 30.6.2009 statt. Neben dem Jahresabschluss stand die Liquidationseröffnungsbilanz zum 1.7.2009 auf der Tagesordnung. Die AG hatte im Juni 2009 ihre Auflösung beschlossen. Zum Ende der Versammlung konstatierte der Aufsichtsratsvorsitzende Daun, es habe sich mit vier Stunden Dauer um die bisher längste Hauptversammlung bei Stöhr gehandelt. Die Debatte wurde von Alleinvorstand Möller, dem AR-Vorsitzenden Daun und vier Aktionären bzw. Aktionärsvertretern, darunter Ralf Bake von der MAV Vermögensverwaltung, bestritten.
Im Mittelpunkt der Diskussionen stand das für die Aktionäre überraschend niedrige Eigenkapital in der Liquidationseröffnungsbilanz von rund 2,18 Euro pro Aktie, das man als Prognose für die zu erwartende Ausschüttung zum Liquidationsende auffassen kann. Zum Vergleich: Das Konzern-Eigenkapital zum selben Zeitpunkt beträgt rund 5,79 Euro und beinhaltet bereits eine umstrittene Abwertung einer bedeutenden Beteiligung. Ohne diese wären es über 7 Euro. Neben einigen Grundstücken geht es bei der Stöhr-Auflösung im Wesentlichen um zwei Positionen: Einmal um 26% an der Gesellschaft MEP-Olbo, deren Mehrheit indirekt bei der Stöhr-Mehrheitsaktionärin Kap liegt. Vorstand Möller und AR-Vorsitzender Daun haben die gleichen Funktionen bei Kap inne und sind auch deren Großaktionäre. Die Beteiligung an MEP-Olbo wurde um rund 9,2 auf 7,85 Mio Euro abgewertet und sollte zu diesem Preis an eine Kap-Tocher verkauft werden. Zum zweiten geht es um den Geschäftsbereich Kammgarn-Spinnereien. Hier wurde das vorhandene Gesamtvermögen von rund 50 Mio um 25 Mio auf 25 Mio Euro abgewertet. Auch hier steht, wie auf der HV mitgeteilt wurde, ein Verkauf an die Stöhr-Mutter Kap im Raum. Die Kritik der Aktionäre bezog sich darauf, dass so starke, nicht nachvollziehbare Abwertungen vorgenommen wurden und zu entsprechend niedrigen Werten praktisch das gesamte Geschäft an den Großaktionär verkauft werden solle. Für die Beteiligung MEP-Olbo berief sich die Stöhr-Verwaltung zwar auf ein Gutachten einer Wirtschaftsprüfungskanzlei, wollte das aber nicht offen legen. Es wurde ebenfalls gemutmaßt, die Stöhr-Verwaltung hätte sich nicht ernsthaft um andere Interessenten als ihre eigene Mutter bemüht, die gegebenenfalls mehr mehr bezahlen würden. Darüber hinaus gab die Kritik, es werde ein unnötiger Zeitdruck aufgebaut, der dazu führe, dass das Vermögen in der Talsohle der gegenwärtigen Wirtschaftskrise zu Ausverkaufspreisen abgegeben werde. Vorstand und Aufsichtsrat gaben zu, dass sie die MEP-Olbo-Beteiligung praktisch niemand anderem als der Mutter angeboten hätten, betonten aber für den Kammgarn-Bereich, dass sie durchaus ernsthaft international nach Käufern gesucht, aber kaum Interessenten gefunden hätten. Die Werte seien im Falle von MEP-Olbo eben durch das Gutachten untermauert, während für den Kammgarn-Bereich pauschale Abwertungen des Vermögens vorgenommen wurden, die zwar möglicherweise recht großzügig ausgefallen, aber angesichts des mangelnden Käuferinteresses durchaus gerechtfertigt seien. Dem Ansinnen, die Verkäufe deutlich zu verschieben, hielten sie entgegen, wegen der anhaltenden Verluste der Kammgarn-Sparte sei ein weiterer Substanzverzehr zu befürchten. Von Aktionärsseite wurde eingewandt, die Verluste im Kammgarn-Bereich seien ohne Sondereffekte nicht besonders hoch gewesen. Darauf meinte die Verwaltung, es sei aber ein Liquiditätsabfluss zu beobachten, der über kurz oder lang die Finanzierung gefährde. Die Aktionäre meinten, der Cash flow sei ja gar nicht nennenswert negativ gewesen. Die Verwaltung verwies darauf hin auf die für das Gesamtjahr 2010 zu erwartenden hohen Verluste Dem Einwand von Aktionärsseite, auch dieser sei wiederum um Sondereinflüsse zu bereinigen, wurde dann nicht mehr begegnet. Insgesamt zeigte sich das ungewöhnliche Bild, dass die an der Debatte teilnehmenden Aktionäre den Eindruck hatten, die wirtschaftliche Situation der Stöhr AG sei gar nicht so schlecht, wie dargestellt, während Vorstand und Aufsichtsrat die misstrauischen Aktionäre vom Gegenteil zu überzeugen suchten.
Schließlich wurde von der Verwaltung folgender Kompromiss offeriert und von den kritischen Aktionären überwiegend akzeptiert: Der Verkauf von MEP-Olbo an die Mutter Kap wird ausgesetzt und nicht vor dem 30.6.2009 vollzogen. Die aufgetretenen kritischen Aktionäre bekommen gegen eine Vertraulichkeitserklärung das Bewertungsgutachten ausgehändigt und die Möglichkeit, selbst ein Angebot für MEP-Olbo zu machen oder einen anderen Käufer, der mehr als Kap bietet, zu suchen. Die Stöhr-Verwaltung wird ihrerseits noch einmal prüfen, ob die Suche nach einem externen Käufer nicht doch erfolgversprechend ist. Der Verkauf der Kammgarn-Sparte wird ebenfalls bis mindestens 30.6.2010 verschoben.
Insgesamt blieb der Eindruck, die Mutter Kap AG wollte das Vermögen der Stöhr übernehmen, ohne die eigentlich vorgesehenen Wege wie Beherrschungsvertrag oder Squeeze-out mit der Möglichkeit einer gerichtlichen Überprüfung der Abfindungen zu gehen. Die durchaus sachliche Kritik teilweise langjähriger Aktionäre wurde dann allerdings ernst genommen. Vor allem die Vorbringung, das tatsächlich seit vielen Jahren bestehende Vertrauensverhältnis zwischen Vorstand und Aufsichtsrat einerseits und Aktionären andererseits, sei empfindlich gestört, behagte der Verwaltung offensichtlich nicht. Die Verkäufe wurden nun, wenn auch nur um ein halbes Jahr, verschoben. Ob sich bis dahin eine akzeptablere Lösung für die Aktionäre abzeichnet, bleibt abzuwarten.
Achtung: Dieser Bericht dient lediglich der Information und stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung für die besprochenen Wertpapiere dar.
GBK Beteiligungen: Neue Investitionen in der Pipeline
Keine Erklärung für Kursrutsch der Aktie
Die hannoversche Privat-Equity-Investorin GBK Beteiligungen AG berichtet für das dritte Quartal 2010 über ein zunehmendes Interesse mittelständischer Unternehmen an Beteiligungen von Finanzinvestoren. GBK selber sei zuversichtlich, in den kommenden Monaten einige neue Beteiligungen melden zu können. Den Anfang wird wohl ein Unternehmen der Beschichtungsbranche machen, dessen Name nicht genannt wird, da die Akquisition noch nicht abgeschlossen sei. GBK verfügte bei einem Gesamtwert des Unternehmens von rund 48 Mio € zum Jahresanfang über eine Liquidität von knapp 15 Mio €, von der im bisherigen Jahresverlauf erst wenig eingesetzt wurde. Die GBK ist mit dieser Liquidität, anders als hoch investierte Wettbewerber, darauf vorbereitet, gegebenenfalls moderate Unternehmenspreise zu nutzen und günstig zukaufen zu können.
GBK wird von der Hannover-Finanz-Gruppe verwaltet, hinter der vor allem einige Versicherungsunternehmen stehen. Unternehmensanteile werden in der Regel zusammen mit anderen Hannover-Finanz-Fonds erworben. Zu den bekannteren Beteiligungen der GBK gehören der Sport-Schuh-Filialist Runners Point (GBK-Anteil: 15%), das Geldtransportunternehmen Ziemann Sicherheit (GBK-Anteil: 7,5%) und der Nahrungsmittelhersteller Geti Wilba (GBK-Anteil: 7%).
Der GBK-Vorstand nimmt auch zum plötzlichen Kursrutsch der Aktie um 20% am 27. Oktober Stellung. An diesem Tag kam eine umfangreiche Verkaufsorder auf den Markt, die vermutlich nicht limitiert war und setzte den Kurs unter Druck. Der Vorstand meint: „Der Kursausschlag war für uns nicht nachvollziehbar, einen operativen Grund für die Kursentwicklung gab es nicht.“ Der Aktienkurs erholte sich in der Folge wieder, konnte sein früheres Kursniveau aber noch nicht nachhaltig erreichen. Vermutlich, wie auch GBK annimmt, da die Käufer des Aktienpakets ihre schnell entstandenen Gewinne realisieren wollen. Bis diese Belastung abgebaut ist, dürfte der GBK-Kurs deswegen wohl noch einige Tage unter Druck bleiben.
Ralf Bake, 29.10.2010
Börsenrückblick der MAV Vermögensverwaltung: September 2010
Kursanstieg vom Monatsbeginn wurde weitgehend verteidigt
Nach einer Konsolidierung im August stiegen die Aktienmärkte in der ersten Septemberhälfte wieder an und retteten das erhöhte Niveau in den Oktober. Gegen den Trend gaben Deutsche Bank im Zusammenhang mit einer umfangreichen Kapitalerhöhung deutlich nach. Autowerte stiegen im Gefolge von Meldungen über steigende Absatzzahlen und positiven Signalen aus den Unternehmen über die Gewinnentwicklung. Versorgeraktien wie RWE und Eon standen wegen der für die Branche als überwiegend belastend empfundenen politischen Entscheidungen zur Kernkraft unter Druck.
Die ausgewählte Spezialaktien, die der Aktienfonds MAV Invest (WKN A0Q8ES) hält, bewegten sich mangels Neuigkeiten nicht nennenswert. Eine Ausnahme war die Wasgau AG, die zwar ebenfalls nachrichtenlos blieb, aber im Monatsverlauf deutliche Kursschwankungen aufwies und den September mit einem deutlichen Plus abschloss.
Ralf Bake, 5.10.2010
Börsenrückblick der MAV Vermögensverwaltung: August 2010
Risikoscheu führt zu Kursverlusten bei Aktien
Die Aktienmärkte entwickelten sich im August schwächer. Relativ schlechte Konjunkturdaten aus den USA und eine wieder wachsende Risikoscheu der Anleger, auch im Zusammenhang mit der wieder aufgeflammten Debatte um die schuldengeplagten Länder im Euroraum, führten zur Zurückhaltung gegenüber Aktien. Eine Rolle dürfte auch die Markttechnik gespielt haben, die zu einem Rücksetzer der Kurse führte, nach dem es im Juli Anstiege und damit einhergehend einen größeren Optimismus der Investoren gegeben hatte. Eine gewisse Konsolidierung ist eine oft zu beobachtende Reaktion auf eine von positiver Stimmung begleitete Aufwärtsbewegung.
Unter den ausgewählten Spezialaktien, wie sie der Aktienfonds MAV Invest (WKN A0Q8ES) hält, konnten einige Werte zulegen. Kap Beteiligungs AG profitierten von einem erfreulichen Halbjahresbericht. Ebenfalls positiv berichteten Adcapital, DF Deutsche Forfait und Nordwest Handel, während Wasgau ein Halbjahresergebnis unterhalb der Erwartungen vorlegte. Die Aktienkurse veränderten sich in diesen Fällen aber kaum. Hier macht sich vermutlich die Sommerzeit mit ihren geringen Umsätzen bemerkbar.
Ralf Bake, 1.9.2010
Börsenrückblick der MAV Vermögensverwaltung: Juli 2010
Kursgewinne an den Aktienmärkten
Überwiegend steigende Kurse verzeichneten die Aktienbörsen im vergangenen Monat. Viele börsennotierte Unternehmen brachten Quartalsberichte, mit denen sie die Anleger positiv überraschten. Die Konjunkturmeldungen waren zwar eher gemischt, vor allem die aus den USA, aber die guten Unternehmenszahlen kompensierten diese Belastungen über. Hinzu kamen die insgesamt eher beruhigenden Ergebnisse der europäischen Bankstresstests, die vor allem den Finanzwerten Auftrieb gaben. Die Deutsche-Bank-Aktie stieg beispielsweise um fast 15% an. Neben den Stresstests wirkte sich hier das gute Quartalsergebnis aus.
Unter den ausgewählten Spezialaktien, wie sie der Aktienfonds MAV Invest (WKN A0Q8ES) hält, stachen insbesondere die Aktien der Stöhr & Co. mit einem Kurssprung hervor. Das Unternehmen soll aufgelöst werden. Die Verwaltung stellte ursprünglich einen Liquiditationswert um 2,18 € pro Aktie in Aussicht, der nach dem erfolgreichen Verkauf eines Großteils des operativen Geschäfts nun auf 3,74 € pro Aktie erhöht wurde. Der Aktienkurs stieg um über 45% an.
Ralf Bake, 6.8.2010
Fünf Sterne für den MAV Invest
Der MAV Invest – Aktienfonds ist vom österreichischen Fondsbewerter FAIT benotet worden und hat das Rating ***** (Fünf Sterne) und damit die beste zu vergebende Note erhalten. Fünf Sterne stehen für „weit überdurchschnittliche Wertentwicklung“.
Das FAIT-Rating berücksichtigt die Outperformance gegenüber dem jeweiligen Fondssektor und bezieht das Verhältnis aus Gewinnentwicklung und Risiko mit in das Rating ein. Im Ergebnis gibt es eine Bewertung von einem Stern (*) für eine „weit unterdurchschnittliche Wertentwicklung“ bis zu fünf Sternen (*****) für eine „weit überdurchschnittliche Wertentwicklung“.
Ralf Bake, 2.8.2010
Nordwest Handel: Großaktionär hält Tür zur Übernahme offen
Äußerungen zu Plänen der Rothenberger-Gruppe
Die Rothenberger-Gruppe, ein Werkzeugsteller und Lieferant der Nordwest Handel, kündigte Ende Mai eine Beteiligung von knapp 30% am Unternehmen an. Zu diesem Zeitpunkt heiß es noch, man wolle nicht weiter erhöhen. Jetzt wurde doch eine Tür für eine spätere Übernahme geöffnet: Im Juli teilte Nordwest mit:„Rothenberger bleibt … unter 30% und schließt dadurch ein Übernahmeangebot zum jetzigen Zeitpunkt aus.“ (Nordwest News 03/2010) Der Satz ist nun etwas irreführend, da durch einen Aktienanteil von unter 30% natürlich kein Übernahmeangebot ausgeschlossen ist. Ein solches kann grundsätzlich jeder vorlegen, auch wenn er bisher gar keine Aktien besitzt. Gemeint ist wohl, dass die Rothenberger-Gruppe im Moment eine Aufstockung auf 30% oder mehr an Nordwest Handel ausschließt und damit vermeidet, ein Übernahmeangebot vorlegen zu müssen.
Interessant ist an der Aussage, zumindest für die Nordwest-Aktionäre, aber eigentlich die Botschaft, dass ein Übernahmeangebot für den Moment ausgeschlossen sei; für die Zukunft wird es also bewusst offen gelassen. Ende Mai sagte Helmut Rothenberger noch: „Wir haben jedoch keine Absichten unsere Beteiligung ... noch weiter zu erhöhen“ (vgl. unsere Meldung vom 3.6.2010: Nordwest Handel: Investor zahlt über 10,50 € pro Aktie).
Zum Hintergrund: Die Rothenberger-Gruppe zahlt für ihr knapp 30%-Paket an Nordwest Handel einen Preis, der nicht bekannt gegeben wurde, aber nach Angaben von Helmut Rothenberger nicht unter 10,52 € liegt. Sobald die Gruppe die 30%-Schwelle überschreitet, muss sie allen Aktionären anbieten, deren Aktien zu kaufen. Mindestpreis ist der durchschnittliche Börsenkurs der letzten drei Monate vor Überschreiten der 30%-Grenze. Hat es innerhalb von sechs Monaten davor so genannte Vorerwerbe gegeben, darf der Angebotspreis darüber hinaus nicht unter den Kaufpreisen für diese Vorerwerbe liegen (§ 4 WpÜG-Angebotsverordnung). Im Falle Nordwest Handels bedeutet dies, dass die Rothenberger-Gruppe allen Aktionären einen Preis von 10,52 € oder mehr zahlen muss, wenn sie innerhalb von sechs Monaten nach dem Paketkauf auf 30% kommt. Oder anders gesagt: Wenn sie länger als sechs Monate wartet, muss sie nicht mehr die 10,52 € + X, sondern nur noch den dann geltenden Durchschnittkurs der letzten Monate bieten, wobei sie hier den Vorteil hätte, sich einen passenden Zeitpunkt aussuchen zu können.
Ralf Bake, 26.7.2010
Bericht zur Hauptversammlung der Stöhr AG
Lob und Tadel der Aktionäre
Am 13.7.2010 fand die Hauptversammlung der Stöhr & Co. AG zum Rumpfgeschäftsjahr vom 1.7. bis 31.12.2010 statt. Die letzte Hauptversammlung war im Dezember 2009 abgehalten worden. Ausgehend vom für die Aktionäre überraschend niedrigen Eigenkapital in der Liquidationseröffnungsbilanz von rund 2,18 Euro pro Aktie entzündete sich Kritik an der Verwaltung, da der Vorwurf im Raume stand, sie wolle das gesamte Vermögen unter Wert an die Großaktionärin Kap Beteiligungs-AG verkaufen. Die Stöhr AG befindet sich seit 2009 in Liquidation. Den Verdacht einer Vermögensübertragung an die Konzernmutter unter Wert und damit zu Lasten der Minderheitsaktionäre empfanden fast alle Aktionäre, die das Wort ergriffen, inzwischen zum Teil entkräftet und zu anderen Teil bestätigt.
Das Vermögen von Stöhr besteht, neben einigen Grundstücken, im Wesentlichen aus zwei Teilen: Einmal dem traditionellen Kammgarngeschäft und zum anderen aus einer 26%-Beteiligung an dem Unternehmen MEP-Olbo. Die übrigen 74% gehören der Mehler AG, die wiederum wie Stöhr eine Tochter der Kap Beteiligungs-AG ist.
Die Kammgarnaktivitäten werden nun, wie kurz vor der HV gemeldet wurde, im Wesentichen an die Erwo-Gruppe (Südwolle und Textilgruppe Hof) verkauft. Damit wird, anders als von der Stöhr-Verwaltung zwischenzeitlich auch angedacht, dieser Bereich an Konzernfremde abgegeben und es gibt hier keinen Interessenkonflikt. Der Kaufpreis wurde von den Aktionären als akzeptabel empfunden. Im Ergebnis erhöht sich das Eigenkapital der Stöhr AG um rund 10 Mio Euro; pro Aktie steigt es von den genannten 2,18 auf rund 3,74 Euro pro Aktie. Erwo zahlt den Kaufpreis von 22 Mio Euro in 18 gleich hohen Monatsraten bis Februar 2012. Bei Stöhr verbleiben ein Forderungsbestand in Höhe von rund 15 Mio Euro sowie die Färberei in Mönchen-Gladbach und die Kammgarnspinnerei in Portugal. Die beiden Produktionsbetriebe werden bis auf Weiteres als Lohnveredeler für die Erwo-Gruppe tätig sein. Größere Gewinne oder Verluste seien aus deren Tätigkeit nicht zu erwarten, teilte der Liquidator mit.
Heftige Kritik gab es am geplanten Verkauf der MEP-Olbo für 8,1 Mio Euro an den Großaktionär. Die Stöhr-Verwaltung hatte zur Ermittlung des Kaufpreises ein Wertgutachten anfertigen lassen. Dieses wurden von den Aktionären, die es einsehen konnten, als im Ergebnis den Unternehmenswert viel zu niedrig ansetzend angegangen. Die Kritiker bezeichneten vor allem die verwendetet Beta-Faktoren und damit die Abzinsungsfaktoren als stark überhöht. Die Aktionäre verlangten entweder vom Verkauf abzusehen oder alternativ ein neues Gutachten, dieses Mal von neutraler Seite, in Auftrag zu geben. Die Verwaltung lehnte es ab, den Verkauf der MEP-Olbo an eine Kap-Tochter auszusetzen. Der AR-Vorsitzende (und Kap-Großaktionär) wollte der Bestellung eines Gutachters durch eine neutrale Instanz zuerst zustimmen, zog diese Zustimmung dann aber wieder zurück und verwies die kritischen Minderheitsaktionäre auf den Rechtsweg. Die Hauptversammlung endete mit einigen hunderttausend Gegenstimmung zur Feststellung des Jahresabschlusses und zur Entlastung der Organe. Eine ganze Reihe von Aktionären gab noch Widersprüche zu Protokoll.
Hinweis: Von der MAV beratene Fonds halten Aktien der Stöhr AG. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Stöhr-Aktien zu kaufen noch sie zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.
Ralf Bake , 14.7.2010
Börsenrückblick der MAV Vermögensverwaltung: Juni 2010
Die Risikoscheu der Anleger hat wieder zugenommen
Die Aktienmärkte schwankten im Juni stark und zeigten sich insgesamt schwächer. Ausgewählte Spezialaktien, wie sie der Aktienfonds MAV Invest (WKN A0Q8ES) hält, legten zum Teil gegen den Trend zu. So gewannen GBK Beteiligungen nach Meldungen über die Substanzstärke und relative Unterbewertung der Aktie im Zusammenhang mit der Hauptversammlung. Bei Nordwest Handel belebte der Einstieg eines zweiten Lieferanten nach der Rothenberger-Gruppe als Aktionär den Kurs. Der MAV Invest legte ebenfalls zu (um knapp 1%), wobei er unter anderem vom teilweisen Verkauf seiner großen Position in Adcapital zu einem Preis über dem Börsenkurs an den Hauptaktionär profitierte.
Hauptversammlung der Wasgau AG
Erhöhte Dividende, aber vorsichtiger Ausblick
Am 23.6.2010 fand am Sitz der Gesellschaft in Pirmasens die Hauptversammlung der Wasgau Produktions & Handels-AG statt. Etwa 400 Aktionäre nahmen an der HV teil. Unter ihnen befand sich neben dem Oberbürgermeister von Pirmasens auch der Chef des Einkaufverbandes Markant, über den Wasgau einen Großteil ihrer Waren bezieht. Er vertrat rund 0,9% der Wasgau-Aktien. 53,1% liegen nach wie vor bei einer Beteiligungsgesellschaft der Hornbach-Familie, die auch den Aufsichtsrat dominiert, während 24,98% der frühere Kooperationspartner Edeka hält. Gut 5,1% der Wasgau-Aktien halten Vorstände und Aufsichtsräte und 1,5% von der MAV Vermögensverwaltung beratene Anleger.
Der Vorstandsvorsitzende Kettern berichtete über ein trotz Krise verbessertes Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in 2009, das vor allem wegen stark gesunkener Zinsaufwendungen zulegte. Der Jahresüberschuss stieg dank Sondereffekten sogar auf ein Rekordhoch von 4,8 Mio Euro. Die Hauptversammlung beschloss einstimmig eine Erhöhung der Dividende von 0,13 auf 0,17 Euro pro Aktie. Bemerkenswerterweise wurden auch die Entlastungen von Vorstand und Aufsichtsrat ohne eine einzige Gegenstimme oder Enthaltung seitens der Aktionäre erteilt.
Die Wasgau AG ist ein Lebensmitteleinzelhändler mit 88 Märkten vornehmlich im Saarland und Rheinland-Pfalz. Zusätzlich werden sieben Cash&Carry-Märkte in der Region betrieben. Als Alleinstellungsmerkmal und wesentlicher Ergebnisbringer gelten die Produktionsbetriebe Bäckerei und Metzgerei, deren Produkte weit überwiegend in den eigenen Märkten abgesetzt werden. Zusätzlich betreibt Wasgau weiteren Großhandel mit Großverbrauchern (wie Krankenhäusern, Kasernen) und mit selbständigen Einzelhändlern.
Das Jahr 2010 begann bezüglich Umsatz und Ergebnis eher verhalten; der Vorstand hofft aber gleichwohl auf bereinigter Basis (ohne Sondereffekte) das Vorjahresergebnis wiederholen zu können. Anfang 2010 wurde das vier Märkte umfassende Luxemburger Geschäft mit einem Sondergewinn von 2 Mio Euro verkauft. Insgesamt sind für 2010 Investitionen in Höhe von 15 Mio Euro vor allem in die Lebensmittelmärkte geplant. Zuletzt wurde im Mai ein Markt in Nieder-Olm bei Mainz eröffnet. Mit dem in der Fachpresse gelobten Standort schiebt sich Wasgau langsam aus der Stammregion in Richtung Rhein-Main-Gebiet vor und damit in ein Gebiet, das eine viel höhere Kaufkraft, aber auch mehr Wettbewerb zu bieten hat.
Hinweis: Von der MAV beratene Fonds halten Aktien der Wasgau AG. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Wasgau-Aktien zu kaufen noch sie zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.
Ralf Bake, 25.6.2010
Nordwest Handel: MAV-Anleger halten gut 2% der Aktien
Von der MAV beratene Anleger zeigen sich als weitere größere Aktionärsgruppe
Die MAV Vermögensverwaltung Mannheim teilt mit, dass von ihr beratene Anleger (MAV-Anleger) gut 66.000 Nordwest-Handel-Aktien und damit 2,07% am Unternehmen halten. Zu den MAV-Anlegern zählt der Publikumsaktienfonds MAV Invest (A0Q8ES). Das Investment wird zur reinen Vermögensanlage von Anlegergeldern gehalten.
Die bisher bekannten Aktionäre und ihre Bestände sind folgende:
Rothenberger-Gruppe, nach erfolgter Zustimmung des Kartellamts: 29,89% (Lieferant von Nordwest Handel), TTS Tooltechnic: 3,56 % (Lieferant), Karl Pörzgen: 3,10% (Kunde), AR-Vorsitzender Dr. Paul Kellerwessel: 1,02% (Kunde), Andere AR-Mitglieder: 1,22% direkt und indirekt (Kunden). Nordwest Handel: 5,01% (eigene Aktien). MAV-Anleger: 2,07% (Anleger). Die Zuordnung zu den Gruppen „Kunden“ bzw. „Lieferanten“ wurde von der MAV Vermögensverwaltung auf Grundlage öffentlicher Informationen vorgenommen. Insgesamt liegen, soweit bekannt, 33,45% bei Lieferanten, 5,34% bei Kunden, 5,01% beim Unternehmen selbst und 2,07% bei Finanzanlegern. Die unbekannten 54,13% sind vermutlich noch zu einem größeren Teil bei Kunden, weil Nordwest Handel aus einer Genossenschaft entstanden ist, deren Anteile ursprünglich komplett bei Kunden lagen.
Festzuhalten ist, dass die Lieferanten nach ihren kürzlich erfolgten Zukäufen die größte bekannte Aktionärsgruppe sind. Die Hauptaktionärin Rothenberger-Gruppe hat bereits angekündigt, zwei der sechs Aufsichtsratsplätze der Anteilseigner besetzen zu wollen. Bisher werden vier der Mandate von Kunden gehalten, einer ist vakant und einer wird von einem Bankdirektor im Ruhestand besetzt.
Hinweis: Von der MAV beratene Fonds halten Aktien der Nordwest Handel AG. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Nordwest Handel-Aktien zu kaufen noch sie zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.
Ralf Bake, 12.6.2010
MAV Invest – Aktienfonds: Platz 1 im Mai bei Europäischen Nebenwertefonds
Monatssieger unter 189 europäischen Fonds
Der von der MAV Vermögensverwaltung beratene Aktienfonds MAV Invest
(Wertpapierkennnummer A0Q8ES) hat beim britischen Informationsdienst citywire.co.uk in der Kategorie Deutsche Nebenwerte (Germany - Equity Europe Small&Mid Cap) im Monat Mai das beste Ergebnis von 100 Fonds erzielt. In der Kategorie Europäische Nebenwerte (Paneuropean - Equity Europe Small&Mid Cap) erreichte der MAV Invest ebenfalls Platz 1 bei der Wertentwicklung, hier von 189 beurteilten Fonds.Im Mai 2010 haben insbesondere die Aktienindizes für Nebenwerte schwächer tendiert. Der MAV Invest profitierte von ausgesuchten Spezialwerten, die in den Aktienindizes nicht enthalten sind. Dazu gehörten GAG Immobilien nach einer Kaufempfehlung in einem bekannten Anlegermagazin, Nordwest Handel nach dem Einstieg eines neuen Großaktionärs und Wasgau AG ohne erkennbaren Grund.
Hinweis: Die vorstehende Mitteilung ist keine Anlageempfehlung. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger. Interessenten sollten sich ausführlich insbesondere anhand des Verkaufsprospekts informieren. Kurssteigerungen in der Vergangenheit sind keine Hinweise für die Entwicklung in der Zukunft. Der Wert der Fondsanteile kann steigen oder fallen.
Ralf Bake, 12.6.2010
Nordwest Handel: Weiterer Großaktionär
Nach Rothenberger beteiligt sich weiterer Werkzeuglieferant
Die TTS Tooltechnic, Hersteller von Festool-Werkzeugen, meldet eine Beteiligung von3,56 % (114.050 Stimmrechte) an Nordwest Handel. Damit hat sich innerhalb von wenigen Tagen einer zweiter Großaktionär aus dem Kreis der Lieferanten engagiert. Ende Mai meldete die Rothenberger-Gruppe (ebenfalls ein Werkzeughersteller), dass sie sich mit knapp 30% an Nordwest Handel beteilige. Auffällig ist die zeitliche Nähe der beiden Meldungen. Ob sie reiner Zufall ist, ob die Beteiligungsnahme von TTS im Einvernehmen mit oder ob sie in Konkurrenz zu Rothenberger erfolgt, ist noch unbekannt. Auffällig ist, dass die Nordwest-Aktien traditionell den Kunden (Großhändler für Werkzeuge und andere technische Produkte) von Nordwest Handel gehörten und sich nun gleich zwei mal Lieferanten beteiligen, von denen Rothenberger schon mal sein strategisches Interesse an Nordwest Handel als Vertriebskanal signalisiert hat. Von TTS war bisher noch nichts zu hören. Die Aktien stammen, die TTS erworben hat, stammen offensichtlich von Dr. Norbert Schlicht, der im Februar ein Überschreiten der Grenze von 3% gemeldet hatte und nun praktisch seinen ganzen Aktienbestand verkauft hat.
Hinweis: Von der MAV beratene Fonds halten Aktien der Nordwest Handel AG. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Nordwest Handel-Aktien zu kaufen noch sie zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.
Ralf Bake, 4.6. 2010
Nordwest Handel: Investor zahlt über 10,50 € pro Aktie
Aber: Kein Übernahmeangebot geplant
Die Rothenberger-Gruppe hat Ende Mai 23,71% an Nordwest Handel erworben und will nach Zustimmung des Kartellamts weitere 6,08% vom bisherigen Großaktionär übernehmen. Insgesamt kauft Rothenberger damit rund 950.000 Aktien. Der Börsen-Zeitung vom 26.5.2010 sagte Helmuth Rothenberger, er zahle einen „niedrigen zweistelligen Millionenbetrag“. Bei einem Kaufpreis von 10 Mio € ergibt das rund 10,52 € pro Aktie. Ebenfalls der Börsen-Zeitung teilte Rothenberger mit, er sehe „in dem Hagener Unternehmen einen schlagkräftigen zusätzlichen Vertriebskanal für seine eigenen Produkte für den Installateur“. Das würde auf eine angestrebte Mehrheitsübernahme von Nordwest hindeuten. Sobald Rothenberger mehr als 30% erwirbt, müsste er allen Aktionären den gezahlten Kaufpreis, also mindestens 10,50 €, bieten. Andererseits wurde Herr Rothenberger ebenfalls am 26.5.2010 auf www. Derwesten.de (WAZ-Gruppe) mit der Aussage „wir haben jedoch keine Absichten unsere Beteiligung danach noch weiter zu erhöhen“ zitiert. In der Gesamtschau könnte so der Eindruck entstehen, die Rothenberger-Gruppe wollte mit einer unter 30%-Beteiligung starken Einfluss auf Nordwest Handel nehmen.
Hinweis: Von der MAV beratene Fonds halten Aktien der Nordwest Handel AG. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Nordwest Handel-Aktien zu kaufen noch sie zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.
Ralf Bake, 2.6.2010
Rothenberger steigt bei Nordwest Handel ein
Verbindung über Nexmart
Die Mutter der Rothenberger Werkzeuge GmbH (Dr. Helmut Rothenberger Holding GmbH, Anif, Österreich) hat sich mit 23,71% an Nordwest Handel beteiligt. Die Aktien wurden von Hubert Grevenkamp, dem bisher wichtigsten Aktionär, erworben. Er behält 6,08% der Aktien. Grevenkamp war am 20.5.2010 und damit einen Tag vor dem Verkauf als Aufsichtsrat von Nordwest zurückgetreten.
Nordwest Handel ist eine Einkaufsgesellschaft für Großhändler in den Feldern Stahl, Werkzeuge, Beschläge, Maschinen und Haustechnik. Das Unternehmen war bis in die neunziger Jahre hinein eine Genossenschaft. Ein Großteil der Aktien liegt immer noch bei ehemaligen Genossenschaftsmitgliedern und damit Kunden. Mit dem Einstieg von Rothenberger ändert sich die Aktionärsstruktur entscheidend: Der neue Großaktionär stellt selbst Werkzeuge und Klimageräte her und ist damit ein Lieferant von Nordwest. Zwischen Rothenberger und Nordwest gibt es bereits Verbindungen: Nordwest ist mit 9,9% an der Rothenberger-Tochter Nexmart (www.nexmart.net) beteiligt. Nexmart betreibt ein Internetportal, über das Werkzeuge an Großhändler vertrieben werden. Offensichtlich handelt es sich bei der Beteiligung von Rothenberger an Nordwest Handel um keine reine Finanzanlage, sondern es werden strategische Ziele verfolgt. Näheres über die Absichten von Rothenberger ist allerdings bisher nicht bekannt.
Hinweis: Von der MAV beratene Fonds halten Aktien der Nordwest Handel AG. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Nordwest Handel-Aktien zu kaufen noch sie zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.
Ralf Bake, 21.5.2010
Börsenrückblick der MAV Vermögensverwaltung: April 2010
Die Griechenlandkrise belastet
Die Aktienmärkte konsolidierten im April und zeigten sich insgesamt leicht schwächer. Wie im letzten Börsenrückblick erwartet, gab es an den Börsen einige Kursrückgänge. Auslöser waren wohl die griechischen Finanznöte, wenngleich der Kursanstieg der Vorwochen schon allein aus markttechnischen Gründen nach einer kleinen Korrektur verlangte. Die Unternehmensmeldungen, vorwiegend zum ersten Quartal, waren überwiegend positiv und verliehen dem Markt Unterstützung. Die Nervosität der Aktienanleger scheint insgesamt etwas zugenommen haben, aber die Entwicklung dürfte eher stabilisierend wirken, denn großen Kurseinbrüchen geht erfahrungsgemäß eine große Euphorie der Investoren voran. Eine solche ist aber nicht auszumachen.
Ausgewählte Spezialaktien, wie sie der Aktienfonds MAV Invest (WKN A0Q8ES) hält, legten zum Teil gegen den Trend zu. Es gewannen wiederum Adcapital, dieses Mal wegen eines öffentlichen Kaufangebots des Großaktionärs zu 9 Euro. Kap Beteiligungs-AG stiegen nach positiven Meldungen über den Verlauf des ersten Quartals 2010 und der Ankündigung einer Dividendenerhöhung auf 2 Euro (nach 1,50 Euro). Bei den Standardwerten fielen Deutsche Bank-Aktien trotz eines guten Quartalsergebnisses im Zuge der generellen Abschwächung von Finanzwerten wegen der Griechenland-Krise. Volkswagen legten trotz Dividendenabschlag nach der gut aufgenommenen Kapitalerhöhung und positiven Ergebnismeldungen zu.
Kaufangebot für Adcapital-Aktien: 9 Euro
Großaktionär will aufstocken
Der Adcapital-Großaktionär Günther Leibinger (bisheriger Anteil vermutlich bei gut 45%) hat am 23.4.2010 ein freiwilliges Kaufangebot für 650.000 Adcapital-Aktien zu je 9 Euro angekündigt. Zum Vergleich: Der letzte Aktienkurs vor der Ankündigung lag um 8 Euro. Leibinger ist seit einigen Jahren Großaktionär und stockte seine Beteiligung jahrelang über die Börse auf. Adcapital wurde vor über 20 Jahren von Manfred Bernau als Berliner Elektro Beteiligungen gegründet und hält heute neben Beteiligungen vornehmlich mit Elektronik-Bezug ein umfangreiches Wertpapierportefeuille, das im Zuge der Finanzkrise abgewertet wurde, inzwischen mit der Börsenerholung aber wieder zugelegt hat. Der Innere Wert pro Aktie wurde für Ende 2008 mit 10,30 Euro pro Aktie angegeben und dürfte inzwischen deutlich höher sein. Am 28. April wird der Konzernabschluss für 2009 vorgelegt, aus dem sich weitere Hinweise auf den Inneren Wert der Adcapital ableiten lassen werden. Als Dividende für 2009 werden 0,50 Euro pro Aktie vorgeschlagen. Das eigentliche Angebot soll Mitte Mai vorgelegt werden. Adcapital selber hatte im Oktober 2009 ein Aktienrückkaufangebot zu 6,75 Euro vorgelegt, war damit aber auf wenig Resonanz bei den Aktionären gestoßen.
Hinweis: Die von der MAV beratenen Aktienfonds halten Adcapital-Aktien. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Adcapital-Aktien zu kaufen noch sie, im Rahmen des Kaufangebots oder über die Börse, zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.
Börsenrückblick der MAV Vermögensverwaltung: März 2010
Steigende Aktienkurse trotz Schuldenkrise
Die Aktienmärkte entwickelten sich im März insgesamt fester. Die Anleger zeigten wieder größeren Optimismus im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung. Sie ließen sich durch die eher negativen Nachrichten vom Euro-Problemkind Griechenland nicht verunsichern. Die Kursgewinne der Aktien deuten auf einen gewissen Anlagenotstand hin. Für viele Investoren, die höhere Renditen erzielen wollen, als sie beispielsweise Staatsanleihen bieten, gibt es kaum Alternativen zu Aktien. Gleichwohl zeigt die Lage in Griechenland, dass die Krise noch nicht ausgestanden ist. Kurzfristige Rücksetzer wären deshalb nicht überraschend und markttechnisch sogar ganz gesund.
Ausgewählte Spezialaktien, wie sie der Aktienfonds MAV Invest (WKN A0Q8ES) hält, konnten teilweise deutliche Zuwächse erzielen. Es profitierten insbesondere Adcapital, DF Deutsche Forfait und Wasgau von positiven Unternehmensmeldungen. Bei Nordwest Handel war das Jahresergebnis 2009 eher schwach. Hier zogen den Kurs bekannt gewordene Aktienkäufe größerer Aktionäre empor. Der Immobilienfonds KanAm US-Grundbesitz fand das Interesse der Anleger, nach dem Beteiligungen an zwei großen amerikanischen Einkaufszentren zu besseren Preisen als am Markt offensichtlich befürchtet, verkauft werden konnten. Der MAV Invest reduzierte die Position in diesem Fonds, um entstandene Kursgewinne zu realisieren.
Börsenrückblick der MAV Vermögensverwaltung: Februar 2010
Nervosität und Richtungslosigkeit an der Börse
Insgesamt wenig verändert zeigten sich die Aktienbörsen im Februar. Gleichwohl gab es innerhalb des Monats einige Schwankungen. Die Anleger sind nervös und lassen die Kurse, je nach dem wie die aktuellen Tagesmeldungen ausfallen, herauf oder herunter laufen. Der verbreiteten Skepsis vieler Investoren steht ein großer Anlagedruck gegenüber. Angesichts niedriger Zinsen und gleichzeitig zumindest mittelfristig drohender Inflationsgefahr fehlt es an Anlagealternativen zu Aktien. Die Zinsen für Bankeinlagen sind auf sehr niedrigem Niveau. Anleihen bieten ebenfalls nur niedrige Zinsen und sind angesichts bereits deutlich gestiegener Kurse der Möglichkeit einer Korrektur ausgesetzt. Die Unternehmensnachrichten deuten auf eine sich weiterhin stabilisierende Wirtschaftsentwicklung hin. Der eher schwächere Euro beleuchtet zwar die schwächen des Euroraums, verstärkt aber gleichzeitig die Exportchancen der europäischen Industrie. Daher besteht im weiteren Verlauf des Jahres 2010 durchaus Raum für Kursgewinne an den Aktienmärkten.
Spezialaktien, wie sie der Aktienfonds MAV Invest (WKN A0Q8ES) hält, konnten zum Teil trotz des insgesamt stagnierenden Marktes zulegen. Adcapital profitierte nach wie vor von Zukäufen des Großaktionärs. Scherzer & Co. stiegen nach der Vorlage erfreulicher Zahlen für das Jahr 2009. DF Deutsche Forfait und GAG Immobilien legten im Kurs zu ohne dass es erkennbare Gründe gab. Beide Werte waren lange vom Markt vernachlässigt worden. Einen Kursrückschlag gab es für Dnick, die im Januar nach Empfehlungen in Anlegermagazinen gestiegen waren.
Börsenrückblick der MAV Vermögensverwaltung: Januar 2010
Rücksetzer bei Standardaktien, Stabilität bei Spezialaktien
Die großen Standardaktien erlebten im Januar deutliche Rückschläge an den Börsen. Der DAX fiel beispielsweise um knapp 6%. Es handelte sich offensichtlich um eine vorwiegend markttechnisch begründete Korrektur nach den deutlichen Kursgewinnen im zweiten Halbjahr 2009. Auslöser waren nicht zuletzt Befürchtungen im Hinblick auf die schwierig Finanzsituation in Griechenland, Portugal und Spanien. Diese war aber wohl nur der Anlass. Die Börse war einfach reif für Kursrückgänge, nachdem die Großaktien kurzfristig überkauft waren. Ein über mehrere Monate laufender Kursanstieg zieht so genannte schwache Hände an, die erst wieder herausgeschüttelt werden müssen, um der Entwicklung Stabilität zu verleihen. Das Bild von den „schwachen Händen“ soll Anleger beschreiben, die sehr ängstlich oder prozyklisch sind, die also verkaufen, wenn die Kurse fallen, da sie wenig Vertrauen in ihre eigenen Entscheidungen haben.
Anders sah es bei einer Reihe von Spezialaktien aus. Die meisten bewegten sich kaum, während einige sogar deutliche Kursgewinne verbuchten. Darunter waren zum Beispiel die im Aktienfonds MAV Invest enthaltene Adcapital, deren Kurs im Zuge gemeldeter Insiderkäufe des Großaktionärs anzog und Dnick (Deutsche Nickel), deren Aktien in zwei bekannten Anlegermagazinen empfohlen wurden. Wenig Bewegung zeigten hingegen die Beteiligungsgesellschaften GBK, Shareholder Value, Scherzer und HBM Bioventures, die sämtlich mit deutlichen Abschlägen auf ihren jeweiligen NAV (Innerer Wert) notieren und über diesen hinaus noch über weitere mögliche Stille Reserven verfügen.
Bien-Zenker: Übernahmeangebot ausgelaufen
41.596 Aktien eingereicht
Das Übernahmeangebot der Konzern-Mutter DEIN Haus Holding für die im Streubesitz stehenden Bien-Zenker-Aktien ist am 21.1.2010 um 24 Uhr ausgelaufen. Es wurde für 41.596 Aktien und damit für 1,6909% aller Aktien angenommen. DEIN Haus sind damit vor allem über ihre Tochter Elk Fertighaus und einschließlich der eigenen Aktien der Bien-Zenker AG 89,18% an Bien-Zenker zuzurechnen. Die eher geringe Annahmenquote erklärt sich wohl aus dem relativ niedrigen Angebotspreis von 3,97 €. Der Vorstand von Bien-Zenker hatte bereits am 4.1. in einer Stellungnahme gemeint, der gebotene Preis sei nicht angemessen und die Zukunftsperspektiven sowie der abgeschlossene Kapazitätsabbau sei nicht hinreichend berücksichtigt worden. Während der Angebotsfrist meldete das Unternehmen noch, dass es als Lizenznehmer das Ikea-Haus (Boklok) in Deutschland anbieten wird. Die Aktie stand zum Ende der Angebotsfrist fast bei 5 € und damit deutlich über dem Angebotspreis.
Hinweis: Ein von der MAV beratener Fonds hält Bien-Zenker-Aktien. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Bien-Zenker-Aktien zu kaufen noch sie zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.
Monatskommentar Dezember 2009 für den MAV Invest:
Der MAV Invest konnte im Dezember seinen Rückstand auf den DAX, der bereits stichtagsbedingt bei der Auflegung entstanden war, nicht mehr reduzieren. Das gesamte Jahr 2009 war bis in den März hinein das Jahr des Kursabschwungs und danach des Aufschwungs – allerdings, was den Aufschwung betrifft, vornehmlich der größeren Werte. Die Spezialwerte, wie sie im MAV Invest stark vertreten sind, hatten das Nachsehen. Nun hat sich allerdings ein Bewertungsabstand aufgebaut, der den Nebenwerten deutlichen Nachholbedarf beschert und gute Aussichten für eine Überperformance vieler ausgesuchter Small- und Midcaps in 2010 bedeutet – sowohl absolut als auch relativ zu den Indizes der Standardwerte. Damit gehen wir mit dem MAV Invest sehr zuversichtlich in das Jahr 2010.
Börsenrückblick: Deutsche Spezialaktien
Kommt es zur Renaissance der Nebenwerte?
Den Artikel finden Sie unter folgender Adresse:
http://www.news4press.com/Meldung_509434.html
Bien-Zenker: Übernahmeangebot zu 3,97 Euro pro Aktie vorgelegt
Für den börsennotierten deutschen Hersteller von Fertighäusern Bien-Zenker wird von der neuen (indirekten) Hauptaktionärin DEIN Haus Holding aus Wien ein Pflichtkaufangebot für Bien-Zenker vorgelegt. Der zu bietende Mindestpreis wurde auf 3,97 Euro pro Aktie festgelegt.
Der Hintergrund ist folgender: Mehrheitsaktionärin von Bien-Zenker ist seit Jahren die österreichische Elk Fertighaus AG. Der Elk-Mehrheitsaktionär Johann Weichselbaum hat nun seine Elk-Anteile an die DEIN Haus Holding verkauft, an der sein Sohn Erich Weichselbaum die Mehrheit hält. Erich Weichselbaum war Mitte 2009 offenbar wegen Uneinigkeit mit seinem Vater bei Elk und Bien-Zenker aus dem Management ausgeschieden. Nun kehrt er zurück und ist wegen seiner neuen Stimmrechte verpflichtet, ein Kaufangebot für alle freien Bien-Zenker-Aktien zu machen. Elk Fertighaus hatte jahrelang Bien-Zenker-Aktien angekauft und hielt zuletzt (einschließlich eigener Aktien der Bien-Zenker) 87,49%.
Die Angebotsunterlage wurde unter www.elk.at veröffentlicht. Aus dieser Unterlage geht hervor, dass die Bieterin erwägt, einen übernahmerechtlichen oder einen aktienrechtichen Squeeze-out anzustreben, sofern nach Abschluss des Übernahmeangebots 95% erreicht werden. Auffällig ist das Zustandekommen des Übernahmepreises. Das Wertpapierübernahmegesetz (WpÜG) sieht eigentlich den gewichteten durchschnittlichen Börsenkurs während der drei Monate vor Kontrollerlangung als Mindestpreis für ein solches Pflichtangebot vor. Die Wertpapieraufsichtsbehörde BaFin hat nun mitgeteilt, dass wegen des geringen Zahl zustande gekommener Börsenkurse im fraglichen Zeitraum kein gültiger Durchschnittspreis ermittelt werden konnte. Deshalb musste der tatsächliche Wert der Aktie ermittelt werden. Um dieses sachgerecht vornehmen zu können, bedarf es eigentlich interner Planungsdaten des betroffenen Unternehmens (also Bien-Zenker). Der Vorstand von Bien-Zenker hat sich sich aber geweigert, diese Daten zur Verfügung zu stellen. Daher wurden Multiples (Vervielfacher) für die Bewertung von Vergleichsunternehmen und auch von Bien-Zenker selber verwendet, um eine Schätzung des Wertes der Bien-Zenker-Aktie vorzunehmen. Aus diesen Berechnungen ergab sich dann der Wert von 3,97 Euro. Die Bieterin weist selbst darauf hin, dass die Aussagefähigkeit dieses ermittelten Wertes stark eingeschränkt sein kann.
Zur Einordnung: Sollte DEIN Haus mit dem vorliegenden Übernahmeangebot auf über 95% aller Bien-Zenker-Aktien kommen, so ist mit einem übernahmerechtlichen Squeeze-out zu rechnen, bei dem alle Aktionäre ihre Aktien für 3,97 Euro abgeben müssen. Werden die 95% nicht erreicht, so könnte die Mehrheitsaktionärin entsprechend Aktien zukaufen und einen aktienrechtlichen Squeeze-out in die Wege leiten. Hier müsste eine richtige Unternehmensbewertung erfolgen, die auch gerichtlich überprüfbar wäre.
Hinweis: Ein von der MAV beratener Fonds hält Bien-Zenker-Aktien. Die vorstehende Mitteilung ist weder eine Empfehlung, Bien-Zenker-Aktien zu kaufen noch sie, im Rahmen des Übernahmeangebots oder über die Börse. zu verkaufen. Sie dient lediglich der Information interessierter Anleger.
Hauptversammlungsbericht Stöhr AG:
Am 11.12.2009 fand die Hauptversammlung der Stöhr AG zum Rumpfgeschäftsjahr vom 1.1. bis 30.6.2009 statt. Neben dem Jahresabschluss stand die Liquidationseröffnungsbilanz zum 1.7.2009 auf der Tagesordnung. Die AG hatte im Juni 2009 ihre Auflösung beschlossen. Zum Ende der Versammlung konstatierte der Aufsichtsratsvorsitzende Daun, es habe sich mit vier Stunden Dauer um die bisher längste Hauptversammlung bei Stöhr gehandelt. Die Debatte wurde von Alleinvorstand Möller, dem AR-Vorsitzenden Daun und vier Aktionären bzw. Aktionärsvertretern, darunter Ralf Bake von der MAV Vermögensverwaltung, bestritten.
Im Mittelpunkt der Diskussionen stand das für die Aktionäre überraschend niedrige Eigenkapital in der Liquidationseröffnungsbilanz von rund 2,18 Euro pro Aktie, das man als Prognose für die zu erwartende Ausschüttung zum Liquidationsende auffassen kann. Zum Vergleich: Das Konzern-Eigenkapital zum selben Zeitpunkt beträgt rund 5,79 Euro und beinhaltet bereits eine umstrittene Abwertung einer bedeutenden Beteiligung. Ohne diese wären es über 7 Euro. Neben einigen Grundstücken geht es bei der Stöhr-Auflösung im Wesentlichen um zwei Positionen: Einmal um 26% an der Gesellschaft MEP-Olbo, deren Mehrheit indirekt bei der Stöhr-Mehrheitsaktionärin Kap liegt. Vorstand Möller und AR-Vorsitzender Daun haben die gleichen Funktionen bei Kap inne und sind auch deren Großaktionäre. Die Beteiligung an MEP-Olbo wurde um rund 9,2 auf 7,85 Mio Euro abgewertet und sollte zu diesem Preis an eine Kap-Tocher verkauft werden. Zum zweiten geht es um den Geschäftsbereich Kammgarn-Spinnereien. Hier wurde das vorhandene Gesamtvermögen von rund 50 Mio um 25 Mio auf 25 Mio Euro abgewertet. Auch hier steht, wie auf der HV mitgeteilt wurde, ein Verkauf an die Stöhr-Mutter Kap im Raum. Die Kritik der Aktionäre bezog sich darauf, dass so starke, nicht nachvollziehbare Abwertungen vorgenommen wurden und zu entsprechend niedrigen Werten praktisch das gesamte Geschäft an den Großaktionär verkauft werden solle. Für die Beteiligung MEP-Olbo berief sich die Stöhr-Verwaltung zwar auf ein Gutachten einer Wirtschaftsprüfungskanzlei, wollte das aber nicht offen legen. Es wurde ebenfalls gemutmaßt, die Stöhr-Verwaltung hätte sich nicht ernsthaft um andere Interessenten als ihre eigene Mutter bemüht, die gegebenenfalls mehr mehr bezahlen würden. Darüber hinaus gab die Kritik, es werde ein unnötiger Zeitdruck aufgebaut, der dazu führe, dass das Vermögen in der Talsohle der gegenwärtigen Wirtschaftskrise zu Ausverkaufspreisen abgegeben werde. Vorstand und Aufsichtsrat gaben zu, dass sie die MEP-Olbo-Beteiligung praktisch niemand anderem als der Mutter angeboten hätten, betonten aber für den Kammgarn-Bereich, dass sie durchaus ernsthaft international nach Käufern gesucht, aber kaum Interessenten gefunden hätten. Die Werte seien im Falle von MEP-Olbo eben durch das Gutachten untermauert, während für den Kammgarn-Bereich pauschale Abwertungen des Vermögens vorgenommen wurden, die zwar möglicherweise recht großzügig ausgefallen, aber angesichts des mangelnden Käuferinteresses durchaus gerechtfertigt seien. Dem Ansinnen, die Verkäufe deutlich zu verschieben, hielten sie entgegen, wegen der anhaltenden Verluste der Kammgarn-Sparte sei ein weiterer Substanzverzehr zu befürchten. Von Aktionärsseite wurde eingewandt, die Verluste im Kammgarn-Bereich seien ohne Sondereffekte nicht besonders hoch gewesen. Darauf meinte die Verwaltung, es sei aber ein Liquiditätsabfluss zu beobachten, der über kurz oder lang die Finanzierung gefährde. Die Aktionäre meinten, der Cash flow sei ja gar nicht nennenswert negativ gewesen. Die Verwaltung verwies darauf hin auf die für das Gesamtjahr 2010 zu erwartenden hohen Verluste Dem Einwand von Aktionärsseite, auch dieser sei wiederum um Sondereinflüsse zu bereinigen, wurde dann nicht mehr begegnet. Insgesamt zeigte sich das ungewöhnliche Bild, dass die an der Debatte teilnehmenden Aktionäre den Eindruck hatten, die wirtschaftliche Situation der Stöhr AG sei gar nicht so schlecht, wie dargestellt, während Vorstand und Aufsichtsrat die misstrauischen Aktionäre vom Gegenteil zu überzeugen suchten.
Schließlich wurde von der Verwaltung folgender Kompromiss offeriert und von den kritischen Aktionären überwiegend akzeptiert: Der Verkauf von MEP-Olbo an die Mutter Kap wird ausgesetzt und nicht vor dem 30.6.2009 vollzogen. Die aufgetretenen kritischen Aktionäre bekommen gegen eine Vertraulichkeitserklärung das Bewertungsgutachten ausgehändigt und die Möglichkeit, selbst ein Angebot für MEP-Olbo zu machen oder einen anderen Käufer, der mehr als Kap bietet, zu suchen. Die Stöhr-Verwaltung wird ihrerseits noch einmal prüfen, ob die Suche nach einem externen Käufer nicht doch erfolgversprechend ist. Der Verkauf der Kammgarn-Sparte wird ebenfalls bis mindestens 30.6.2010 verschoben.
Insgesamt blieb der Eindruck, die Mutter Kap AG wollte das Vermögen der Stöhr übernehmen, ohne die eigentlich vorgesehenen Wege wie Beherrschungsvertrag oder Squeeze-out mit der Möglichkeit einer gerichtlichen Überprüfung der Abfindungen zu gehen. Die durchaus sachliche Kritik teilweise langjähriger Aktionäre wurde dann allerdings ernst genommen. Vor allem die Vorbringung, das tatsächlich seit vielen Jahren bestehende Vertrauensverhältnis zwischen Vorstand und Aufsichtsrat einerseits und Aktionären andererseits, sei empfindlich gestört, behagte der Verwaltung offensichtlich nicht. Die Verkäufe wurden nun, wenn auch nur um ein halbes Jahr, verschoben. Ob sich bis dahin eine akzeptablere Lösung für die Aktionäre abzeichnet, bleibt abzuwarten.
Achtung: Dieser Bericht dient lediglich der Information und stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung für die besprochenen Wertpapiere dar.
Monatskommentar November 2009 für den MAV Invest - Aktienfonds:
Der MAV Invest wanderte im November in Folge einiger Einzelbelastungen ins Minus. Verschiedene Werte kamen unter Druck, ohne dass es einen Zusammenhang zwischen ihnen gäbe. Bei Stöhr steht im Dezember eine Hauptversammlung an, bei der über die bevorstehende Liquidation diskutiert wird. Der Vorstand kündigte an, dass der Liquidationserlös möglicherweise deutlich unter den Erwartungen liegen wird. Der Aktienkurs unterbot den genannten Wert aber noch einmal um gut 20%. Bei VW Vorzügen belastete ein Verkauf von rund 25% aller Aktien durch Katar zu 60 €. Auch dieser Wert wurde noch einmal um 10% unterschritten, nach dem die Finanzkrise in Dubai die Anleger erschreckte. Der Nachbar Katar hat immer noch rund 25% der VW Vorzüge. Bei der Escada-Anleihe gab es Gerüchte, es gäbe lediglich eine Rückzahlungsquote von 20 – 25%. Die Anleihe fiel sogar auf rund 15%. Erfreulicher entwickelten sich Deutsche Telekom, die nach langer Vernachlässigung als defensiver Wert bei Anlegern Interesse fanden.
Monatskommentar Oktober 2009 für den MAV Invest - Aktienfonds:
Der MAV Invest konnte im Oktober seinen Jahresgewinn leicht ausbauen. Angesichts eines insgesamt eher schwächeren Aktienmarktes wurde der stichtagsbedingte Rückstand auf den DAX seit der Fondsauflage
weiter verringert.
Dnick Holding (Mutter von Deutsche Nickel) profitierte von einigen Kaufempfehlungen, die auf die anhaltend niedrige Bewertung der Aktie hinwiesen. Adcapital machten einen Kurssprung, nach dem die
Gesellschaft ein Aktierückkaufangebot zu € 6,75 pro Aktie vorgelegt hat. Von unserer Position in Asian Bamboo haben wir uns nach Erreichen des Kursziels bei € 22,45 getrennt. Seit dem Kauf im Januar
2009 haben wir damit 300% Kursgewinn realisiert. Schwächer tendierten nach ihren Gewinnen im Vormonat Volkswagen Vorzugsaktien, die unter der für Frühjahr 2010 angekündigten großen Kapitalerhöhung
litten. GAG Immobilien konnten sich nach langer Vernachlässigung im Umfeld der Veröffentlichung des Zwischenberichts für das 3. Quartal 2009 im Kurs verbessern.
Insgesamt gewinnen die Daten der einzelnen Unternehmen offensichtlich wieder stärker an Bedeutung – eine Entwicklung, die dem MAV Invest als Stock-Picking-Fonds sehr entgegen kommt.
Monatskommentar September 2009 für den MAV Invest Aktienfonds:
Im September konnte der MAV Invest seinen Jahresgewinn auf über 20% weiter ausbauen. Sehr positiv entwickelten sich die Aktien aus der Gesundheitsbranche: Der Schweizer Spezialwert HBM Bioventures konnte zwei Beteiligungen mit hohen Gewinnen verkaufen und den NAV (Net Asset Value) damit deutlich ausbauen. Bei der ebenfalls schweizerischen BB Medtech rückt die Umwandlung von einer Aktiengesellschaft in einen Luxemburger Fonds näher. Wir konnten die BB Medtech-Aktie noch vor einigen Monaten mit einem deutlichen Abschlag auf den NAV kaufen. Dieser Abschlag wird durch die Umwandlung des Unternehmens im Oktober weitgehend beseitigt werden. Ebenfalls Kursgewinne waren bei den Vorzugsaktien von Volkswagen zu verzeichnen, die wir seit Beginn des Fonds im Depot haben. Die Aktie profitiert von Umschichtungen aus den Stammaktien, die nicht zuletzt wegen des erwarteten Austauschs der beiden Kategorien im DAX noch in diesem Jahr erfolgen. Viele Anleger, auch Investmentfonds, orientieren sich eng an großen Indizes und müssen deshalb zum Beispiel VW Vorzüge bei ihrer Aufnahme in den DAX kaufen.
Monatskommentar August 2009 für den MAV Invest Aktienfonds:
Der MAV Invest hat in diesem Jahr (bis 31.8.) ein erfreuliches Plus von 17,91% erwirtschaftet, nachdem der Gewinn zum 30.6. noch bei 6% lag. Der Aufschwung ist einerseits auf die insgesamt verbesserte Börsenverfassung zurück zu führen und andererseits darauf, dass in den Monaten Juli und August die Gesellschaften ihre Halbjahresberichte vorlegen. Wir haben viele Aktien kleinerer deutscher Unternehmen im Fonds, die außerhalb der Berichtssaison oft wenig im Fokus stehen. Die in der Tendenz sehr erfreulichen Halbjahresberichte dieser Unternehmen haben nun die Aufmerksamkeit auf einige dieser Aktien gelenkt und zu Kurszuwächsen geführt.
Monatskommentar Juli 2009 für den MAV Invest - Aktienfonds:
Der MAV Invest legte im Juli um gut 5,9% zu. Der Aufschwung wurde insbesondere vom Rückenwind aus den Kapitalmärkten getragen. Die versöhnlicheren Wirtschaftsnachrichten und die überwiegend zumindest besser als erwartet aufgefallenen Halbjahresberichte vor allem größerer Unternehmen ließen die Aktienkurse, auch international, auf breiter Front steigen. Die meisten Small- und Caps legten noch keine Halbjahreszahlen vor und verzeichneten infolgedessen kaum Kursbewegungen. Wegen der relativ hohen Gewichtung dieser Nebenwerte im MAV Invest fiel der Anstieg des Fonds geringer als beispielsweise des DAX aus, so dass der zu Beginn des Fondsbestehens entstandene Rückstand des MAV Invest auf den DAX nicht weiter verringert werden konnte. Mit den Halbjahresmeldungen der kleineren Gesellschaften in den nächsten Wochen besteht aber eine gute Chance den DAX wieder stärker einzuholen.
